In Berlin-Neukölln ist in der Nacht ein 27 Jahre alter Mann durch Schüsse tödlich verletzt worden. Polizeibeamte fanden ihn schwer verletzt auf dem Gehweg der Sonnenallee. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde die Polizei gegen 2.30 Uhr alarmiert. Anwohner und weitere Zeugen hatten zuvor Schüsse gehört. Die zuerst eingetroffenen Einsatzkräfte versuchten gemeinsam mit einem Notarzt, den Mann zu reanimieren. Er starb noch am Tatort.
Die 5. Mordkommission des Landeskriminalamtes ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Berlin wegen des Verdachts auf ein Tötungsdelikt. Die Hintergründe der Tat sind bislang weitgehend unklar.
Offen ist nach Angaben der Polizei unter anderem, ob ein oder mehrere Verdächtige geschossen haben. Ebenfalls müsse geklärt werden, ob sich die Schüsse ausschließlich gegen den getöteten Mann richteten oder möglicherweise weitere Menschen gemeint waren. Der oder die bislang unbekannten Verdächtigen sind nach Polizeiangaben auf der Flucht.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) reagierte auf der Plattform X auf den tödlichen Vorfall. GdP-Sprecher Benjamin Jendro erklärte, angesichts der aktuellen gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Schusswaffen sei ein weiteres Todesopfer nicht überraschend. Er verwies dabei auch auf Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität und persönlichen Konflikten.
In Berlin hatte es zuletzt weitere Vorfälle mit Schusswaffen gegeben. Anfang August wurde ein Mann am Bahnhof Zoo erschossen, nachdem mehrere Menschen in Streit geraten waren. Anfang September wurde in Schöneberg auf einen Mann geschossen, der schwer verletzt wurde. Zwei Tage vor dem Vorfall in Neukölln war in Niederschönhausen mit einer Schreckschusswaffe auf einen Mann geschossen worden.
Nach Angaben der Berliner Polizei wurden im Jahr 2025 insgesamt 1119 Fälle von Schusswaffengebrauch registriert. Etwas mehr als die Hälfte davon entfiel auf Drohungen, in 515 Fällen wurde geschossen. Insgesamt waren es 68 Prozent mehr Straftaten, bei denen mit Waffen gedroht oder geschossen wurde, als im Jahr 2024.