Der Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit dem Triumph der AfD und dem deutlichen Rückschlag für die CDU wird von internationalen Medien aufmerksam verfolgt. Berichte erschienen unter anderem bei der BBC, Al Jazeera, der „Financial Times“ und der „New York Times“.
Die „Financial Times“ bezeichnete das Ergebnis als „Durchbruch für die Partei der äußersten Rechten“ und als schweren Rückschlag für die übrigen Parteien. Die BBC hob hervor, dass seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland noch keine Rechtsaußenpartei die Kontrolle über ein Bundesland übernommen habe.
Eine Regierungsbeteiligung auf Landesebene würde nach Darstellung der BBC Zuständigkeiten unter anderem in den Bereichen Polizei, Bildung und Kultur mit sich bringen. Auch die britische Zeitung „The Times“ bewertet das Ergebnis als schwere Niederlage für die CDU und als persönliche Demütigung für Friedrich Merz.
Deutlich fiel auch die Analyse der österreichischen Zeitung „Der Standard“ aus. Dort hieß es: „Dieser denkwürdige Sonntag markiert den völligen Absturz der CDU.“ Das Blatt sieht Merz in der Verantwortung und wertet die Schwäche der Christdemokraten als Faktor für die politische Radikalisierung.
Nach Einschätzung des „Standard“ beschränkt sich das Problem der CDU nicht auf Sachsen-Anhalt. Die Entwicklung strahle vielmehr von Berlin und dem Kanzleramt in die Länder aus. Internationale Medien stellen damit einen Zusammenhang zwischen dem Wahlergebnis im Bundesland und der politischen Lage auf Bundesebene her.
Auch andere europäische Medien greifen die Wahl auf. Das polnische Portal „Onet“ stellt die Frage nach einer politischen Wende in Deutschland. Die italienische Zeitung „La Repubblica“ warnt vor einer „schwarzen Welle der AfD“ und thematisiert die Möglichkeit einer ersten rechtsextremen Regierung seit 1945.
Die französische „Le Monde“ schreibt, es sei noch zu früh für eine Aussage darüber, ob die AfD tatsächlich an die Macht komme. Zugleich habe ihr Spitzenpolitiker Ulrich Siegmund der CDU eine schwere Niederlage zugefügt. Merz habe bei seinem Amtsantritt im Mai 2025 versprochen, den Aufstieg der rechtsextremen Partei einzudämmen.
Auch in den USA findet die Wahl Beachtung. Die „New York Times“ berichtete prominent über die Möglichkeit, dass die extreme Rechte erstmals seit dem Ende der Nazizeit in einem Teil Deutschlands die Macht übernehmen könnte. Der Sender CNN platzierte den Wahlausgang ebenfalls weit oben auf seiner Internetseite.