Heute: September 8, 2026

Robert Andrich hat bei Bayer Leverkusen nach turbulenten Wochen eine neue Perspektive erhalten. Der Mittelfeldspieler wurde beim 4:0 gegen Union Berlin in der 70. Minute eingewechselt und von den Fans in seinem 200. Spiel für den Klub mit Sprechchören gefeiert.

Auch nach dem Abpfiff erhielt der 31-Jährige Sonderbeifall aus der Nordkurve. Die gesamte Mannschaft applaudierte mit. „Es ist sehr, sehr schön, das zu hören“, sagte Andrich anschließend bei Sky. Er sehe die Reaktion der Anhänger als Zeichen dafür, dass er „vor allem bei den Fans viel richtig macht“.

Noch während der Vorbereitung hatte die Situation für den Nationalspieler deutlich anders ausgesehen. Leverkusen hatte Andrich nahegelegt, sich nach einem neuen Verein umzusehen. Seine Einsatzchancen im Mittelfeld galten zunächst als gering. Trainer Carles Martínez hatte ihm diese Einschätzung nach Angaben des Spielers persönlich mitgeteilt.

„Mit den sportlichen Ambitionen, die ich habe, zu hören, dass man erst mal eine Nebenrolle spielt, ist natürlich nicht so einfach“, erklärte Andrich. Trotz der Wechselgerüchte habe er sich jedoch nicht aufgegeben: „Ich werde mich nicht ergeben!“

Eine Veränderung im Kader beeinflusste anschließend die Lage im Mittelfeld. Exequiel Palacios wechselte zu Ipswich Town. Nach dem Ende der Transferperiode sprach Martínez erneut mit Andrich über dessen Perspektive. Der Trainer nominierte ihn zudem für die Europa League.

Martínez bezeichnete Andrich als wichtigen Spieler für die Mannschaft. Nach dem Sieg gegen Union stellte er dem Mittelfeldspieler auch Einsätze in der Startelf in Aussicht. Andrich habe seine rund 20 Minuten auf dem Platz verdient und gut trainiert. Wegen des großen Konkurrenzkampfs müsse er sich weiter behaupten, erklärte der Coach.

Andrich selbst möchte die wochenlange Debatte über seine Rolle beenden. „Wir sollten langsam davon wegkommen, dass wir nur über mich sprechen“, sagte er. Leverkusen habe nach einem schwachen Start inzwischen das zweite Spiel gewonnen. Er sei sich sicher, im Laufe der Saison auf seine Einsätze zu kommen.

Auch der Verlust der Kapitänsbinde beschäftigt ihn nach eigener Darstellung nicht übermäßig. Ein Kapitän solle möglichst häufig auf dem Platz stehen. Wenn der Verein oder der Trainer davon ausgehe, dass Andrich in dieser Saison weniger spiele als im Vorjahr, sei das für ihn in Ordnung. Eddy Tapsoba sei ein guter Nachfolger und könne weitere Erfahrung sowie Führungsqualität sammeln.

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