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September 5, 2026
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Mladic-Sarg in Serbien eingetroffen – geplante Beisetzung sorgt für Streit

Der Sarg des früheren bosnisch-serbischen Generals Ratko Mladic ist nach Serbien überführt worden. Mladic war in der vergangenen Woche in einem Gefängnis in Den Haag gestorben, wo er eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords und weiterer Kriegsverbrechen verbüßte.

Der mit der serbischen Flagge bedeckte Sarg wurde am Donnerstag, dem 3. September 2026, von Angehörigen der serbischen Streitkräfte aus dem Flugzeug zu einem Fahrzeug getragen. Dieses brachte den Leichnam zur Obduktion an die Militärmedizinische Akademie in Belgrad.

Entlang der Strecke versammelten sich Menschen, die den Transport mit Transparenten begleiteten. Darauf standen unter anderem die Aufschriften „Danke, General“ und „Helden sterben nie“. Regierungsnahe Boulevardmedien berichteten ausführlich über das Geschehen und bezeichneten Mladic als „serbischen General“. Teilweise wurde zudem behauptet, er sei in Den Haag getötet worden.

Nach Medienberichten soll Mladic am Montag in Belgrad beigesetzt werden. Der serbische Justizminister Nenad Vujic hatte eine Beerdigung mit den höchsten staatlichen Ehren angekündigt. Präsident Aleksandar Vucic erklärte hingegen, die Entscheidung liege bei der Familie. Sicherheitsbehörden rechnen damit, dass Zehntausende Menschen an der Beisetzung teilnehmen könnten.

Vucic kündigte Unterstützung der Behörden an, um die öffentliche Ordnung und die Sicherheit zu gewährleisten. Zugleich verwies er auf die Schwierigkeit, die Sicherheit aller Teilnehmer zu garantieren.

Mladic war vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht befand ihn unter anderem wegen des Völkermords in Srebrenica schuldig, bei dem mehr als 8000 muslimische Männer und Jungen getötet wurden. Zu den Vorwürfen gehörten außerdem die jahrelange Belagerung von Sarajevo sowie weitere Kriegsverbrechen.

Die mögliche Beisetzung mit staatlichen Ehren löste auch international Kritik aus. Die EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos erklärte, die Verherrlichung von Kriegsverbrechern widerspreche europäischen Werten.

In Serbien wird Mladic weiterhin unterschiedlich bewertet. Einige Menschen halten seine Verurteilung für ungerecht, andere akzeptieren das Urteil wegen Völkermords. Nach Einschätzung des Humanitarian Law Center wird Mladic seit Jahren in Serbien verherrlicht, unter anderem durch Wandgemälde. Die Organisation kritisiert, dass die Folgen der Jugoslawien-Kriege und die Opfer in Medien, Bildungssystem und staatlichen Institutionen nur unzureichend thematisiert würden.

Umstritten ist zudem die rechtliche Frage staatlicher Ehren. Nach Angaben des Humanitarian Law Center verliert ein Angehöriger der serbischen Streitkräfte, der zu mehr als einem Jahr Haft verurteilt wurde, seinen Rang und die damit verbundenen Privilegien. Eine Beisetzung entsprechend Mladics früherem Rang könnte daher gegen serbisches Recht verstoßen.

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