Der niedersächsische Migrationsbeauftragte Deniz Kurku ist nach eigenen Angaben wegen Anfeindungen und Morddrohungen von seinem Amt zurückgetreten. Unter den gegebenen Bedingungen könne er die Aufgabe nicht mehr in dem erforderlichen Maß ausüben, teilte der SPD-Landtagsabgeordnete mit türkischen Wurzeln mit.
Niedersachsens Ministerpräsident Lies erklärte, eine Grenze sei überschritten, wenn Hass und Hetze dazu führten, dass engagierte Menschen ihr Ehrenamt aufgäben.
Kurku war nach dem Sechsfachmord von Stade öffentlich in den Fokus geraten. Nach Angaben der Ermittler soll seine Schwiegermutter den Fluchtwagen des Mannes gefahren haben, der in einem Sorgerechtsstreit Beschäftigte eines Jugendamts und einer Mutter-Kind-Einrichtung erschossen haben soll.
Welche Rolle Kurkus Schwiegermutter in dem Fall tatsächlich spielte, ist dem Bericht zufolge unklar. Die AfD forderte dennoch den Rücktritt des Migrationsbeauftragten. Vor allem in sozialen Medien wurde gegen Kurku Stimmung gemacht.
Zuletzt deutete ein rechtes Portal an, Kurku könne persönlich in den Fall von Stade verwickelt sein. Belege für eine solche Beteiligung nennt der vorliegende Bericht nicht.
Die Meldung wurde am 5. September 2026 im Programm des Deutschlandfunks ausgestrahlt.