Die Ausladung von Alphaville beim Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring sorgt weiter für Kritik. Nach Angaben des Deutschlandfunks sagte auch der DJ Jannek Schmitt, bekannt als Beauty & The Beats, seinen für den 5. September 2026 geplanten Auftritt ab.
Die Debatte dreht sich vor allem um den Umgang des Festivals mit politischen Äußerungen von Künstlerinnen und Künstlern. Alphaville war zunächst ausgeladen worden, weil die Band nicht zusichern wollte, während ihres Auftritts auf politische Aussagen zu verzichten.
Sänger Marian Gold setzt sich nach den vorliegenden Angaben für Menschenrechte und gegen die AfD ein. Er betonte, ein Eintreten für Demokratie, Vielfalt, Menschenrechte und gegen Rechtsextremismus habe nichts mit Parteipolitik zu tun, sondern sei normale Zivilcourage.
Die Veranstalter nahmen die Ausladung nach massiver Kritik zurück und bezeichneten sie als Fehler. Alphaville lehnte die Wiedereinladung jedoch ab. Gold teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, die Band nehme die Entschuldigung und die erneute Einladung zur Kenntnis. Zugleich habe der Vorgang eine Atmosphäre geschaffen, in der Alphaville von einem Auftritt absehe. Die Gage für den nicht stattfindenden Auftritt wolle die Gruppe an eine gemeinnützige Organisation spenden.
Auch andere Musiker kritisierten den Umgang mit der Band. Felix Jaehn äußerte sich nach dem Bericht „schockiert“ und warf Festivalorganisator Markus Krampe vor, das Festival durch die Ausladung erst politisch aufgeladen zu haben. Jaehn wollte am Nachmittag dennoch auftreten. Er erklärte, er werde sich niemals das Recht nehmen lassen, sich offen gegen eine Partei auszusprechen, die in Teilen gesichert rechtsextrem sei.
Beim ersten Festivaltag interpretierten mehrere Künstler demonstrativ Lieder von Alphaville und äußerten sich politisch. Bereits zuvor hatten Die Toten Hosen und Culcha Candela ihre Solidarität mit der Band bekundet. Alphaville wurde mit Titeln wie „Big in Japan“ und „Forever Young“ weltweit bekannt; „Forever Young“ wurde beim Glücksgefühle-Festival gespielt.
Auch der frühere Nationalspieler Lukas Podolski, der mit dem Veranstalter kooperiert, bezeichnete die Ausladung als Fehler. Jeder dürfe seine Meinung äußern und auch einmal Kante zeigen – im Stadion ebenso wie auf der Bühne. Die Informationen gehören zu einem Bericht, der am 5. September 2026 im Programm des Deutschlandfunks ausgestrahlt wurde.