Das Nord-Derby zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und dem HC Hamburg stand wegen erheblicher Verkehrsprobleme in Hamburg zunächst auf der Kippe. Der Hamburger Mannschaftsbus kam wegen der gesperrten Elbtunnel-Verbindung nur langsam voran und erreichte den Parkplatz hinter der ZAG-Arena mit etwa 30 Minuten Verspätung.
Rund drei Stunden vor dem geplanten Anpfiff war die Austragung der Partie deshalb äußerst fraglich. Gegen 17 Uhr zeichnete sich dann eine Ankunft der Hamburger für etwa 18 Uhr ab. Anschließend lief der Verkehr offenbar wieder besser, sodass die Begegnung stattfinden konnte.
Die Verzögerung hatte auch Auswirkungen auf die Vorbereitung der Gäste. Im Bus war bereits der Physiokoffer bereitgestellt worden, damit die Spieler während der Fahrt mit den üblichen Tape-Verbänden versorgt werden konnten. Linksaußen Noah Beyer sagte vor dem Spiel, auf der Fahrt sei der Physiokoffer schon hochgeholt worden. Nachdem das Team Hamburg verlassen habe, sei es besser vorangegangen.
Die technischen Delegierten der Handball-Bundesliga können die Busse der Klubs nach Angaben des Berichts mithilfe eines Tools verfolgen. So lässt sich die zurückgelegte Strecke der Mannschaften nachvollziehen.
Auf dem Spielfeld war dem HC Hamburg die schwierige Anreise zunächst nicht anzumerken. Hannover-Burgdorf geriet in den ersten Minuten mit 0:3 in Rückstand. Nach dem ersten Treffer der Gastgeber in der sechsten Minute entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Beide Teams leisteten sich wiederholt Fehler, Hannover ging dennoch mit einer knappen Führung von 15:14 in die Halbzeit.
Auch nach der Pause blieb das Spiel wechselhaft. Gelungene Aktionen und vermeidbare Fehler prägten den Verlauf, kein Team konnte sich entscheidend absetzen. In der 40. Minute musste Hamburg einen Rückschlag verkraften: Rückraumspieler Moritz Sauter knickte ohne Gegnereinwirkung mit dem linken Knie weg und wurde später gestützt von der Platte gebracht. Eine Kreuzbandverletzung konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden.
In einer dramatischen Schlussphase setzte sich Hannover-Burgdorf mit 30:28 durch und feierte damit den zweiten Saisonsieg. Kapitän Marian Michalczik sprach anschließend von hartem Kampf und großer Emotionalität.