Heute: September 8, 2026

Söder hält an weiblicher Kandidatur für Steinmeiers Nachfolge fest

CSU-Chef Markus Söder drängt weiter auf eine Frau als Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Eine entsprechende Grundsatzentscheidung solle kurz vor der Auswahl nicht mehr geändert werden, sagte der bayerische Ministerpräsident der „Rheinischen Post“.

Über mehr als ein Jahr sei in der Union und in der SPD darüber diskutiert worden, dass das Amt künftig von einer Frau übernommen werden müsse, erklärte Söder. Diese Debatte sei nicht von der CSU ausgegangen. Einen kurzfristigen Kurswechsel halte er deshalb für problematisch.

„Die Entscheidung wird gemeinsam getroffen“, sagte Söder. Für ihn sei jedoch klar, dass die grundsätzliche Entscheidung für eine Frau nicht mehr verändert werden sollte. Das wäre aus seiner Sicht ein falsches Signal.

Als mögliche Kandidatin nannte der CSU-Vorsitzende erneut die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Wenn sie Interesse an dem Amt habe, wäre sie „sicher eine hervorragende Kandidatin“. Söder betonte zugleich, solche Personalfragen würden nicht öffentlich wie auf einem offenen Markt verhandelt.

Aigner könne nach Söders Einschätzung dazu beitragen, Vorwürfe radikaler Kräfte gegenüber Berlin und dem politischen Establishment zu entkräften. Ihre Bürger- und Volksnähe könne helfen, die Distanz zwischen Politik und Bevölkerung zu verringern. Söder verwies außerdem auf positive Reaktionen aus Teilen von SPD und CDU auf Aigner.

Union und SPD wollen die Nachfolge im Herbst regeln. Söder sprach sich für eine zeitnahe Entscheidung nach den Wahlen im Osten aus. Für die Auswahl eines Bundespräsidenten brauche es ernsthafte und vertrauensvolle Gespräche, sagte er.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuvor offengelassen, ob Steinmeier zwingend eine Frau nachfolgen müsse. Im ARD-Sommerinterview erklärte Merz, wichtiger als das Geschlecht seien die Persönlichkeit und die hohen Anforderungen an das nächste Staatsoberhaupt.

Söder wies zudem Spekulationen über einen möglichen Autoritätsverlust von Merz zurück. Der Kanzler habe weiterhin Autorität in Regierung und Partei. Streit schade, eine nicht handlungsfähige Regierung habe in der gegenwärtigen Lage wenig Zukunft, sagte Söder.

Mit Blick auf die Union verwies er auf die im kommenden Jahr anstehenden Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Zusammenhalt und gemeinsames Handeln seien dort entscheidend. Personalspekulationen um Merz seien nicht angebracht, sagte Söder außerdem mit Blick auf die politische Entwicklung in Frankreich.

Der Beitrag gehört zu einer Meldung von SZ/dpa.

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