Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben drei iranische Öltanker zerstört beziehungsweise dauerhaft außer Gefecht gesetzt. Vorausgegangen sei Raketenbeschuss durch die iranischen Revolutionswächter auf zwei US-Marineschiffe, teilte das US-Zentralkommando Centcom mit.
Nach Angaben von Centcom befanden sich die US-Schiffe auf Patrouille in internationalen Gewässern. Als Reaktion hätten die USA einen iranischen Tanker im Golf von Oman „vollständig“ zerstört. Zwei weitere Schiffe seien nahe der Insel Charg und bei Dschask dauerhaft außer Gefecht gesetzt worden.
Die drei Tanker sollen Verbindungen zu den iranischen Revolutionswächtern, der IRGC, gehabt haben. Centcom erklärte, die Schiffe seien Teil eines milliardenschweren Schattennetzwerks, das die IRGC und ihre regionalen Verbündeten finanziere. US-Soldaten seien bei den Angriffen nicht verletzt worden.
Ein vom US-Zentralkommando veröffentlichtes Video zeigte Feuer und Flammen über den betroffenen Schiffen. Der US-Militärführung zufolge soll der Angriff den wirtschaftlichen Preis für den Beschuss der amerikanischen Schiffe erhöhen. Die USA würden ihre Soldaten verteidigen und bei Bedarf auch die iranische Ölinfrastruktur beziehungsweise die iranische Ölfotte angreifen, hieß es in einer Erklärung des Kommandeurs Brad Cooper.
Iranische Medien hatten zuvor von mehreren Explosionen vor der Insel Charg berichtet. Die Insel liegt rund 30 Kilometer vor der iranischen Küste im nördlichen Teil des Persischen Golfs. Über das dortige Ölterminal wird laut dem Bericht nahezu der gesamte iranische Rohölexport abgewickelt. Während des seit Februar andauernden Krieges sei Charg wiederholt Ziel US-amerikanischer Angriffe gewesen.
Die Kämpfe an der Straße von Hormus flammten nach einer wochenlangen Feuerpause wieder auf. Die Wiederaufnahme der Gefechte fällt in eine Phase, in der die USA den wirtschaftlichen Druck auf Iran verstärken wollen. Teheran hat dem Bericht zufolge zugleich Wege gefunden, Sanktionen und die Blockade seiner Häfen zu umgehen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei eine iranische Schattenflotte. Sie transportiert Öl zu Abnehmern und soll dadurch die Auswirkungen des wachsenden wirtschaftlichen Drucks auf Iran abschwächen.