Heute: September 8, 2026

„Immer wieder sonntags“ vor dem Aus: Europa-Park-Chef kritisiert SWR-Entscheidung

Die ARD-Musikshow „Immer wieder sonntags“ wird nach dem Saisonende 2026 eingestellt. Vor der letzten Ausgabe aus dem Europa-Park Rust kritisiert dessen Chef Roland Mack die Entscheidung des Südwestrundfunks (SWR) deutlich.

Der SWR hatte im März bekannt gegeben, dass die Sendung nicht fortgeführt wird. Als Gründe nannte der Sender notwendige Einsparungen und den Wandel des Medienkonsums hin zu digitalen Angeboten. Der klassische Fernsehkonsum gehe zurück, zudem erreiche man mit linearen Fernsehsendungen immer weniger Menschen.

Die Entscheidung sorgt bei den Verantwortlichen und mehreren Künstlern für Unverständnis. Moderator Stefan Mross verwies auf die weiterhin hohen Zuschauerzahlen und sagte gegenüber BILD: „Man kann doch auch woanders sparen.“ Das Publikum der Sendung werde zudem immer jünger, die Zuschauerplätze im Europa-Park seien stets ausverkauft.

Auch Roland Mack, der den Europa-Park leitet, stellte sich hinter Mross. „Es ist mir unverständlich, warum man eine so schöne und erfolgreiche Sendung absetzt“, sagte Mack zu BILD. Der Europa-Park habe fast 30 Jahre lang beträchtliche Investitionen in Infrastruktur, Organisation und die Rahmenbedingungen vor Ort geleistet.

Zuletzt schalteten 1,32 Millionen Zuschauer die Sendung ein. Der Marktanteil lag bei 18,3 Prozent. Am 9. August hatte „Immer wieder sonntags“ in der laufenden Saison mit 19,5 Prozent seinen höchsten Marktanteil erreicht. Im Jahr 2025 verfolgten die zwölf Live-Ausgaben im Durchschnitt 1,26 Millionen Zuschauer.

Mack kritisierte außerdem, dass mit dem Ende der Show eine Plattform für Nachwuchsmusiker wegfalle. Bei „Immer wieder sonntags“ hätten neue Künstler die Möglichkeit bekommen, eine Karriere zu starten. Außerdem seien in der Sendung alle Generationen vertreten gewesen.

Auch das Volksmusik-Duo Marianne und Michael äußerte sich kritisch. Sängerin Marianne Hartl sagte gegenüber BILD, man verstehe nicht, warum die Sendung abgesetzt werde. Die Show stehe für ein Publikum aus Jung und Alt und sende aus ihrer Sicht nicht am Geschmack der Zuschauer vorbei.

Moderator und Sänger Andy Borg sprach Mross Mut zu. Nach dem Ende des „Musikantenstadls“ habe sich für ihn eine neue Tür geöffnet, erklärte Borg. Mross solle sich treu bleiben und könne auf die Unterstützung seines Publikums bauen.

Der SWR verteidigte seine Entscheidung. Sendungen im linearen Fernsehen erreichten immer weniger Menschen. Deshalb müsse der Sender digitale Ausspielwege stärker berücksichtigen, um zukunftsfähig zu bleiben. Die letzte Ausgabe von „Immer wieder sonntags“ läuft am Sonntag aus Rust.

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