Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die Kontrolle über unterirdische Stellungen der Hisbollah im Südlibanon übernommen. Betroffen ist demnach das Gebiet rund um die strategisch wichtige Anhöhe Ali al-Taher bei Nabatija. Eine Bestätigung von libanesischer Seite liegt bislang nicht vor.
Das Militär teilte mit, die Räumung der unterirdischen Infrastruktur sei abgeschlossen. Die Anlagen umfassten nach israelischer Darstellung zwei zentrale Wege, deren Zerstörung noch andauere. Die Armee erklärte zudem, ihre Soldaten hätten „operative Kontrolle“ über den Höhenzug – sowohl oberirdisch als auch unterirdisch.
Nach Angaben des israelischen Militärs bestand das Tunnelsystem aus Kommandozentralen, Waffenlagern, Räumen für Generatoren sowie Schlaf- und Aufenthaltsräumen. Außerdem habe es Duschen und eine Küche gegeben. Das Netzwerk sei über mehr als zwei Jahrzehnte aufgebaut sowie von der iranischen Führung finanziert und geplant worden. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Israelischen Medienberichten zufolge hatten sich Hisbollah-Kämpfer dort zuletzt wochenlang verschanzt. In dem Gebiet war es wiederholt zu Gefechten gekommen. Die israelische Armee teilte mit, einige Kämpfer seien getötet worden, während andere geflohen seien. Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht.
Die Anhöhen von Ali al-Taher gelten wegen ihrer erhöhten Lage als strategisch bedeutsam, da von dort aus weite Teile der Region überblickt werden können. Das Gebiet ist im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah umkämpft und stand in den vergangenen Monaten im Mittelpunkt israelischer Angriffe im Südlibanon.
Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hatte Iran die USA zuvor vor Konsequenzen gewarnt, sollte Israel die Anhöhe oberirdisch und unterirdisch erobern. In Arnoun, unweit von Ali al-Taher, waren nach einer von Israel verursachten Detonation Rauchwolken aufgestiegen.
Auch die Folgen des Konflikts für die Zivilbevölkerung wurden zuletzt erneut deutlich. Nach Angaben der Kinderrechtsorganisation Save the Children wurden im Libanon in den vergangenen sechs Monaten mindestens 257 Kinder im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah getötet. 1039 weitere Kinder seien im selben Zeitraum verletzt worden. Die Angaben beruhen auf Zahlen des libanesischen Gesundheitsministeriums.