Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle hat das russische Außenministerium den Geschäftsträger der Deutschen Botschaft in Moskau einbestellt. Damit protestierte Moskau nach eigenen Angaben gegen die Sanktionen Berlins sowie gegen Äußerungen der deutschen Führung.
Russland hatte im Zusammenhang mit dem Vorgang Gegensanktionen angekündigt. Als mögliche Maßnahmen gelten die Schließung des Goethe-Instituts und des Generalkonsulats in St. Petersburg. Bereits in der Vergangenheit hatten Russland und Deutschland im Zuge gegenseitiger Sanktionen Konsulate geschlossen.
Die russische Regierung weist zurück, etwas mit der Drohne am Flughafen Leipzig/Halle zu tun zu haben. Die Bundesregierung hatte Russland am Vortag offiziell für den Drohnenvorfall verantwortlich gemacht. In diesem Zusammenhang soll unter anderem das russische Konsulat in Bonn geschlossen werden.
Unterstützung für das deutsche Vorgehen kam von der Europäischen Union und der NATO. Die EU-Außenbeauftragte Kallas bezeichnete den versuchten Sprengstoffanschlag mit Drohnen als staatlich unterstützten Terrorakt. Vor einem Treffen der EU-Außenminister in Irland erklärte sie, der Vorfall weise alle Merkmale eines solchen Terrorismus auf.
Die Europäische Union erwarte von Russland eine Erklärung zu den Vorwürfen, sagte Kallas weiter. Als Reaktion wurde der russische EU-Gesandte in Brüssel einbestellt. Auch das französische Außenministerium bestellte einen Vertreter der russischen Botschaft in Paris ein.
Der französische Außenminister Barrot sprach sich für weitere Sanktionen gegen Russland aus. NATO-Generalsekretär Rutte erklärte, Russland agiere zunehmend rücksichtslos. Bundesaußenminister Wadephul sagte, Moskau müsse erkennen, dass der Versuch gescheitert sei, Ansprüche mit hybriden Mitteln durchzusetzen.
Die Angaben zu den politischen Reaktionen stammen aus einem am 3. September 2026 im Deutschlandfunk ausgestrahlten Bericht.