Knapp neun Jahre nach der Ermordung der Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia ist der maltesische Unternehmer Yorgen Fenech vom Vorwurf freigesprochen worden, in das Attentat verwickelt gewesen zu sein. Das entschied ein Gericht in Malta.
Die Staatsanwaltschaft hatte Fenech beschuldigt, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Als mögliches Motiv wurde angeführt, dass Caruana Galizia kurz davor gestanden habe, einen kompromittierenden Artikel über Fenechs Onkel zu veröffentlichen. Fenech hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.
Caruana Galizia war im Oktober 2017 durch eine Autobombe getötet worden. Die damals 53-jährige Journalistin hatte regelmäßig über Korruption, Geldwäsche und andere Missstände in Malta berichtet.
In dem Fall wurden fünf Personen verurteilt. Der damalige maltesische Premierminister Joseph Muscat trat 2020 zurück. Ihm war vorgehalten worden, bei den Ermittlungen Freunde und politische Verbündete schützen zu wollen.
Die Organisation Reporter ohne Grenzen reagierte empört auf den Freispruch. Sie forderte vollständige Gerechtigkeit und verlangte von den Behörden längst überfällige Maßnahmen zum Schutz von Journalisten und zur Sicherung der Medienfreiheit.
Die Nachricht wurde am 3. September 2026 im Programm des Deutschlandfunks ausgestrahlt.