Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Spekulationen über eine mögliche Schließung des Volkswagen-Werks in Zwickau zurückgewiesen. Er erwarte nicht, dass der VW-Aufsichtsrat Werksschließungen zustimmen werde, sagte Kretschmer bei der Jahreskonferenz der ostdeutschen Automobilindustrie in Dresden.
Kretschmer forderte einen Schulterschluss zwischen Gewerkschaften, Konzernleitung und Politik. Zugleich sprach er sich für Lockerungen bei den Vorgaben der Europäischen Union aus. Das Verbrennerverbot sei „zu planwirtschaftlich“, sagte der sächsische Ministerpräsident.
Im Werk Zwickau waren zuletzt rund 8.000 Menschen beschäftigt. Seit 2021 werden dort ausschließlich Elektrofahrzeuge produziert. Der Absatz blieb zuletzt hinter den Erwartungen zurück.
Auch Niedersachsens Ministerpräsident Lies kündigte an, seine Landesregierung werde um jeden Standort kämpfen. Lies gehört dem Aufsichtsrat von Volkswagen an.
Auslöser der Debatte ist ein Bericht der „Wirtschaftswoche“. Demnach wolle Volkswagen die Produktion an den Standorten Emden und Zwickau ab dem Jahr 2031 einstellen. In den darauffolgenden Jahren könnten dem Bericht zufolge auch die Werke in Hannover sowie der Audi-Standort Neckarsulm betroffen sein. Der Vorstand habe dies einstimmig beschlossen. Die Produktion solle demnach in konzerneigene Werke in Polen, Tschechien und der Slowakei verlagert werden.
Die IG Metall wies anderslautende Darstellungen zurück. Der Vorstand könne Werksschließungen nicht am Aufsichtsrat vorbei beschließen. Medienberichte, die dies nahelegten, bezeichnete die Gewerkschaft wörtlich als „Unfug“.
Der Aufsichtsrat von Volkswagen soll am Freitag tagen. Der Geschäftsführer des ostdeutschen Automobilclusters ACOD, Katzek, kritisierte die Auseinandersetzung zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und Gewerkschaften als „Pokerspiel“. Eine solche Debatte zerstöre das Vertrauen der Mitarbeiter.
Die Angaben gehören zu einem Bericht, der am 3. September 2026 im Programm des Deutschlandfunks ausgestrahlt wurde.