Der DAX bewegt sich im frühen Handel kaum und pendelt um seinen Vortagesschluss. Die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen, hohe Ölpreise und eine wieder anziehende Inflation belastet die Stimmung am Aktienmarkt.
Am Vortag hatte der deutsche Leitindex 0,5 Prozent auf 25.839 Punkte verloren. Zeitweise war er auf den niedrigsten Stand seit Ende Juli gefallen. Seit dem Rekordhoch vom vergangenen Freitag bei 26.618 Punkten hat der DAX mehr als 800 Punkte eingebüßt und bleibt damit deutlich unter der Marke von 26.000 Punkten.
Ein Teil der Anleger dürfte den jüngsten Höchststand genutzt haben, um Gewinne mitzunehmen. Andere warten offenbar auf neue Impulse für einen Wiedereinstieg. Nach Einschätzung des Marktberichts meiden Investoren derzeit jedoch weiterhin Risiken.
Belastend wirken insbesondere die Energiepreise. Sowohl die Nordsee-Rohölsorte Brent als auch die US-Sorte WTI wurden am Donnerstag mit mehr als 90 Dollar je Barrel gehandelt. Zwar sei der jüngste Anstieg der Ölpreise zunächst gestoppt, das hohe Niveau wirke sich aber weiterhin auf den Aktienmarkt aus.
Die höheren Energiekosten treiben zudem die Verbraucherpreise in Deutschland und der Eurozone. An den Märkten gilt es deshalb laut dem vorliegenden Bericht als nahezu sicher, dass die Europäische Zentralbank in der kommenden Woche ihren Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr anheben wird.
Auch in den USA wird über eine baldige Zinserhöhung spekuliert. Die US-Notenbank Federal Reserve hält ihren Leitzins derzeit in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung in diesem Monat wird an den Finanzmärkten mit etwa 65 Prozent angegeben.
Im Mittelpunkt steht deshalb der US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht werden soll. Die Daten könnten Hinweise auf den weiteren Kurs der Fed geben. Erwartet wird ein Anstieg der Beschäftigung. Sollte sich dies bestätigen, könnte das den Befürwortern höherer Leitzinsen zusätzliche Argumente liefern.
Unterstützung kommt unterdessen von Broadcom. Der US-Chipkonzern erhöhte seine Umsatzprognose für den Bereich künstliche Intelligenz deutlich. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein KI-Umsatz von 58 Milliarden Dollar erwartet. Im darauffolgenden Geschäftsjahr soll der Erlös mit KI-bezogenen Produkten auf 115 Milliarden Dollar steigen und sich im Jahr darauf auf 230 Milliarden Dollar verdoppeln.
Die Angaben und Einordnungen in diesem Beitrag beruhen auf dem vorliegenden Marktbericht.