Eine Wahlkampfaktion der FDP hat in Eisleben für großen Andrang und Verkehrsbehinderungen gesorgt. Die Partei senkte den Preis für Benzin und Diesel für eine Stunde um einen Euro je Liter. Zahlreiche Autofahrer nutzten das Angebot, vor der Tankstelle bildeten sich lange Schlangen.
Der Andrang war nach Angaben eines dpa-Reporters so groß, dass die beiden Straßen rund um das Tankstellengelände zeitweise blockiert waren. Autos standen dicht an dicht. Nach etwa einer halben Stunde forderte die Polizei die FDP-Vertreter auf, die Aktion zu beenden.
Fahrer, die bereits auf dem Tankstellengelände standen, durften dort bleiben. Allerdings konnten offenbar nicht alle Wartenden rechtzeitig tanken. Bis zum Ende der Aktion um 12 Uhr schafften es laut dem dpa-Reporter nicht alle, ihre Fahrzeuge zu betanken.
Während der Rabattaktion wurden insgesamt 1170 Liter Superbenzin und 841 Liter Diesel verkauft. Die FDP hatte die Aktion wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt organisiert.
Mit dem ungewöhnlichen Wahlkampfauftritt wollte die Partei nach eigenen Angaben auf die staatlichen Abgaben und Steuern auf Benzin und Diesel aufmerksam machen. Auf der Preisanzeige sei zu sehen gewesen, was der Kraftstoff ohne diese Abgaben kosten würde, erklärte FDP-Spitzenkandidatin Lydia Hüskens. Sie sprach sich für eine Entlastung der Bürger durch den Bund aus.
Hüskens, die auch Infrastruktur- und Digitalministerin ist, bezeichnete Energie- und Spritkosten als eines der wichtigen Themen für die Menschen im Land. Die Aktion sollte damit ein politisches Anliegen der Liberalen im Wahlkampf verdeutlichen.
Für die FDP geht es bei der Wahl zugleich um den Wiedereinzug in den Landtag. Die Partei regiert in Sachsen-Anhalt derzeit gemeinsam mit CDU und SPD. In jüngsten Umfragen wurden die Liberalen mit drei Prozent ausgewiesen. Für den Einzug in das Parlament sind mindestens fünf Prozent erforderlich.