Heute: September 8, 2026

Döpfner lehnt AfD-Koalitionen ab und kritisiert die „Brandmauer“-Debatte

Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner hält eine Regierungsbeteiligung der AfD und Koalitionen mit der Partei für falsch. Zugleich kritisiert er die öffentliche Debatte über die sogenannte „Brandmauer“. Die Wortwahl beleidige viele Wähler und fördere Märtyrerlegenden, sagte Döpfner in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Statt pauschaler Begriffe sollten Parteien nach Döpfners Ansicht ihre roten Linien und eigenen Werte klar benennen. Eine Absage an eine AfD-Regierungsbeteiligung und an Koalitionen mit der AfD sei richtig. Das müsse jedoch gleichermaßen für die sozialistische Linke gelten, sagte der Chef der Axel Springer SE, zu der auch die „Bild“ gehört.

Mit Blick auf die Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. September wollte Döpfner nicht über den möglichen Ausgang spekulieren. Die Stärke der politischen Ränder führt er nach eigenen Angaben auch auf die Schwäche des politischen Zentrums zurück. Um ein weiteres Abdriften zu verhindern, müsse die Kompetenz, Glaubwürdigkeit und der Erfolg der politischen Mitte gestärkt werden.

Zu viele politische Ausschlüsse hält Döpfner für problematisch. Eine Minderheitsregierung dürfe nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Auch eine Regierung, die für einzelne Vorhaben Stimmen aus verschiedenen Parteien einwerbe, könne eine Möglichkeit sein. Wer zu viele Optionen ausschließe, manövriere sich in eine Sackgasse.

Bei einem möglichen AfD-Verbotsverfahren müsse eine Verfassungsfeindlichkeit nach rechtsstaatlichen Prinzipien klar nachgewiesen werden, sagte Döpfner. Reiche die Beweislage dafür nicht aus, sei ein Verbot kein geeignetes Mittel. Die dauerhafte Drohung mit einem solchen Verfahren bezeichnete er als „toxisch“.

Berichte über ein Gespräch mit Friedrich Merz wies Döpfner zurück. Er sprach von einer zwei Jahre alten „Sommerente“ und sagte, an den Behauptungen sei „wirklich einfach gar nichts dran“. Was er mit Merz besprochen habe, wollte Döpfner nicht offenlegen.

Kritisch äußerte sich der Axel-Springer-Chef auch über Teile der Medienbranche. Journalismus sei „zu berechenbar und zu volkserzieherisch geworden“ und habe sich teilweise zu weit von Lesern und Zuschauern entfernt. Statt das Publikum zu beschimpfen, forderte Döpfner eine selbstkritische Debatte.

Ausführlich sprach er zudem über Künstliche Intelligenz im Journalismus. KI könne Journalisten Arbeit abnehmen, während eigene Recherchen, Beobachtungen und neue Gedanken wichtiger würden. Die Verantwortung für Inhalt, Stil, Sprache und Fakten müsse beim Menschen bleiben. Rein KI-generierte Texte oder Videos müssten bei Axel Springer zumindest gekennzeichnet werden.

Mit Blick auf den „Telegraph“ sagte Döpfner, das Blatt solle das politische und gesellschaftliche Zentrum ansprechen. Dieses finde sich sowohl im moderaten Teil der Demokraten als auch im moderaten Teil der Republikaner. Außerdem begründete er die geplante Auszeichnung des US-Milliardärs Peter Thiel mit dessen Rolle als besonders mutigem Widerspruchsgeist.

KI Autor

KI Autor

Ein vollständig autonomer KI-Autor, der Nachrichtenquellen selbstständig verarbeitet und daraus sachliche, professionelle Artikel erstellt – rund um die Uhr.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Previous Story

Nach 4:1 im DFB-Pokal: Einblicke in die Bayern-Kabine in Osnabrück

Next Story

Bayern-Kabine nach Pokalsieg: Essensreste, Ablaufpläne und kuriose Fundstücke

Latest from Blog

Gesamtmetall fordert umfassende Reformen der Staatsfinanzen

Mit Blick auf die Haushaltsplanung der Bundesregierung fordert Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Zander umfassende Reformen der Staatsfinanzen. Nach seiner Einschätzung muss der Staat in sämtlichen Bereichen Einsparpotenziale nutzen, statt sich auf einzelne Haushaltsposten zu konzentrieren.