Heute: September 8, 2026

Baby-Leiche in Gefriertruhe gefunden: Ermittler prüfen Vorgeschichte eines 43-Jährigen

In einer Wohnung in Athen haben Polizisten die eingefrorene Leiche eines Säuglings entdeckt. Wegen des Fundes sitzen ein 43-jähriger Grieche und eine 38-jährige Deutsche in Haft. Gerichtsmediziner stellten am Körper des Jungen 18 Stichverletzungen fest. Das Kind soll bereits längere Zeit tot gewesen sein.

Der 43-Jährige war bereits vor mehreren Jahren ins Visier der Ermittler geraten. Im April 2020 wurde er nach Angaben der griechischen Zeitung „Protothema“ wegen des Verdachts auf Zuhälterei festgenommen. Bei dem damaligen mutmaßlichen Opfer soll es sich um eine deutsche Frau gehandelt haben, die er über soziale Netzwerke kennengelernt hatte.

Die Frau soll den Behörden berichtet haben, sie habe sich in den Mann verliebt und sei für ihn nach Griechenland gekommen. Dort habe er sie gegen ihren Willen in einer Wohnung festgehalten und zur Prostitution zwingen wollen. Außerdem soll er ihr den Reisepass und das Mobiltelefon abgenommen sowie freizügige Fotos von ihr im Internet veröffentlicht haben, um Kunden zu gewinnen.

Im Oktober 2020 kam der Mann wieder frei. Als möglicher Grund wird in dem Bericht ein Mangel an Beweisen genannt. Nun steht er erneut im Mittelpunkt der Ermittlungen – diesmal wegen des Todes des Säuglings.

Die Leiche wurde bei der Durchsuchung der Wohnung gefunden, in der das Paar zuletzt lebte. Nach Angaben lokaler Medien hatte sich der Hausverwalter zuvor an die Polizei gewandt, weil regelmäßig Menschen in die Wohnung gekommen und wieder gegangen seien. Er vermutete dort illegale Aktivitäten.

Neben dem Paar trafen die Beamten in der Wohnung zwei Jungen im Alter von neun und zwölf Jahren, eine schwangere 15-Jährige sowie einen 26-jährigen, der Polizei bekannten Afghanen an. Bei der Jugendlichen soll es sich um die Tochter der Deutschen handeln. Sie und ein weiteres Kind sollen sexuell übertragbare Krankheiten haben und wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Der Anwalt der Deutschen sagte der Zeitung „Tovima“, bei dem toten Baby handle es sich vermutlich um ein Kind seiner Mandantin. Der 26-Jährige soll der Partner der Jugendlichen sein.

Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler außerdem Kameras, Sexspielzeug und Drogen. Der 43-Jährige soll bei seiner Vernehmung versucht haben, den Tod des Babys zu erklären. Laut „Protothema“ behauptete er, das Kind habe ständig geschrien, und stellte die Theorie auf, es sei im Krankenhaus ausgetauscht worden. Zudem soll er gesagt haben, das Baby sei vom Teufel besessen gewesen.

Die Angaben beruhen auf den im Ausgangsmaterial genannten Berichten der griechischen Medien „Protothema“ und „Tovima“.

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