Die 1,5-Grad-Grenze für die Erderwärmung wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen voraussichtlich zumindest vorübergehend überschritten. Ein Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) kommt zu dem Ergebnis, dass die Welt derzeit auf einen Temperaturanstieg von 2,6 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zusteuert.
Der Bericht wurde in Nairobi vorgestellt. Selbst unter optimistischen Bedingungen rechnen die Autoren demnach mit einer Erwärmung um 1,8 Grad. Damit würde das im internationalen Klimaschutz angestrebte Ziel ebenfalls überschritten.
UNO-Generalsekretär Guterres betonte, es müsse darum gehen, die Überschreitung der Grenze so gering wie möglich zu halten. Eine dauerhafte Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad erscheint der UNO derzeit nur schwer erreichbar.
Als problematisch nennt der Bericht die Entwicklung der CO2-Emissionen. Sie steigen demnach weiterhin an und haben nach der Corona-Pandemie in jedem Jahr neue Höchstwerte erreicht.
Die 1,5-Grad-Marke wird im Bericht damit nicht als dauerhaft aufgegeben beschrieben. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen dürfte sie jedoch zunächst überschritten werden. Entscheidend sei, wie stark und wie lange die globale Erwärmung über diesem Wert liege.