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September 1, 2026
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Shein startet in Hongkong mit deutlichem Kursverlust

Der Onlinehändler Shein ist mit einem deutlichen Minus an der Börse in Hongkong gestartet. Zum Handelsbeginn lag die Aktie zeitweise rund acht Prozent unter dem Ausgabepreis von 48,56 Hongkong-Dollar, umgerechnet etwa 5,34 Euro.

Der Börsengang war lange erwartet worden und zuvor bereits an anderen Finanzplätzen versucht worden. Shein hatte Pläne für einen Börsengang in London und New York verfolgt. Berichten zufolge scheiterte das Vorhaben am Widerstand Pekings.

Das in China gegründete Unternehmen verlegte seinen Sitz zwischen 2021 und 2022 nach Singapur. Vor dem Handelsstart strebte Shein laut Börsenprospekt eine Bewertung von 210,2 Milliarden Hongkong-Dollar an. Das entspricht derzeit etwa 23,1 Milliarden Euro. Am Ende blieb die Bewertung leicht darunter.

Shein hatte sich mit sehr niedrigen Preisen und einem stark auf Onlinehandel ausgerichteten Angebot zu einem wichtigen Konkurrenten etablierter Modeunternehmen entwickelt. Auch der chinesische Anbieter Temu gilt für viele europäische Händler als Wettbewerber mit großer Reichweite.

Der Hype um Shein hat bei Investoren zuletzt jedoch spürbar nachgelassen. In den ersten drei Monaten dieses Halbjahres wies das Unternehmen einen Verlust von 99 Millionen US-Dollar aus.

Sheins Geschäftsmodell beruht darauf, Kleidung von Herstellern in China direkt per Luftfracht an Kundinnen und Kunden weltweit zu verschicken. Gestiegene Transportkosten im Zuge des Konflikts im Nahen Osten belasteten das Geschäft. Zugleich ging die Nachfrage in der Region zurück.

Zusätzlichen Druck erzeugen neue Zollregelungen in den USA und Europa. Demnach werden auch Pakete mit geringem Warenwert besteuert. Damit entfallen Vorteile, von denen Anbieter wie Shein bislang profitierten.

Auch in Frankreich wächst der politische Widerstand gegen Shein und vergleichbare Anbieter. Das Land erhebt eine Sondergebühr auf Wegwerfmode. Vorgesehen sind zwölf Euro für eine Jacke, neun Euro für eine Jeans und zwei Euro für ein T-Shirt. Frankreich will damit den Verkauf von Billigmode begrenzen und die Folgen der sogenannten Ultra-Fast-Fashion für Umwelt und Wirtschaft eindämmen.

Shein galt lange als Unternehmen, das die traditionellen Strukturen der Modebranche grundlegend verändern könnte. E-Commerce-Experte Alexander Graf sieht diese Einschätzung inzwischen als überholt an. Die Börse bewerte Shein inzwischen wie einen gewöhnlichen europäischen Modehändler, sagte er.

Graf erklärte zudem, Shein bringe nur einen sehr kleinen Anteil des Unternehmens an die Börse. Der eigentliche Zweck sei die „Bereinigung der Bilanz“. Für Verbraucher könnten die veränderten Zollregeln Folgen haben. „Die Ära der künstlich billigen Chinapakete geht mit dem Ende der Zollfreigrenzen zu Ende“, sagte der Experte. Ohne die bisherigen Zollvorteile könnten die Produkte künftig teurer werden.

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