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September 1, 2026
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EU berät über Russlands hybride Angriffe nach Drohnenvorfall in Leipzig

Nach dem versuchten Drohnenanschlag auf den Leipziger Flughafen hat die EU über den Umgang mit mutmaßlich russischer hybrider Kriegsführung beraten. Deutschland macht Russland für den Vorfall verantwortlich. Das Thema überschattete ein informelles Treffen der EU-Verteidigungsminister im irischen County Wicklow.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte nach den Beratungen: „Russland überzieht uns zunehmend mit hybriden Attacken mit physischer Wirkung.“ Ziel Moskaus sei es, die Unterstützung für die Ukraine zu behindern. Dies werde jedoch nicht gelingen, sagte Kallas.

Die Verteidigungsminister anderer EU-Staaten äußerten sich vor der deutschen Schuldzuweisung zunächst zurückhaltend. Zugleich wurde deutlich, dass sie den Vorfall in Leipzig als europäisches Problem betrachten. Zu Beginn des Treffens tauschten sie sich auch über ähnliche Ereignisse in anderen Mitgliedstaaten aus.

Der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur verwies auf mehrere Vorfälle in der EU. In der Vergangenheit seien russische Drohnen unter anderem in den rumänischen und polnischen Luftraum eingedrungen und abgeschossen worden. Russland weist die Sabotagevorwürfe zurück.

In den baltischen Staaten drangen dem Bericht zufolge wiederholt auch ukrainische Drohnen ein. Es steht der Vorwurf im Raum, dass sie technisch durch Russland umgeleitet worden sein könnten.

Sebastian Hartmann, der den deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius bei dem Treffen vertrat, betonte, Europa müsse die hybride Auseinandersetzung und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft deutlich wahrnehmen. Kallas sieht Anzeichen für eine zunehmende Provokation durch Russland, überlässt die abschließende Bewertung des Leipziger Falls jedoch Deutschland.

Die EU-Außenbeauftragte sprach außerdem von Sicherheitslücken, die geschlossen werden müssten, um Russland wirksamer abzuschrecken. Dafür soll in der kommenden Woche eine Expertengruppe gegründet werden. Ihr sollen auch Vertreter der Ukraine und Großbritanniens angehören.

Deutschland drängt daneben auf weitere Maßnahmen gegen die sogenannte russische Schattenflotte. Dabei handelt es sich um Schiffe, die russisches Rohöl oder daraus hergestellte Produkte unter fremder Flagge transportieren. Zum 23. Juli 2026 hatte die EU mehr als 670 Schiffe gelistet.

Kallas kündigte zudem ein 22. Sanktionspaket gegen Russland an, das nach ihren Angaben das bislang größte werden soll. Im Gespräch sind demnach 1600 Listungen von Einzelpersonen und Unternehmen, insbesondere aus dem Rüstungssektor.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versicherte Deutschland Solidarität. Auch aus Warschau, Rom und Budapest kamen entsprechende Signale. NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, russische Versuche, die Allianz einzuschüchtern oder ihre Unterstützung für die Ukraine zu schwächen, würden scheitern.

Der ukrainische Verteidigungsminister Jewgeni Chmara war zu dem Treffen zugeschaltet. Grundsätzliche Offenheit gab es laut der irischen Außen- und Verteidigungsministerin Helen McEntee dafür, Auszahlungen aus dem 90-Milliarden-Kredit der EU früher zu leisten. Zusagen für die Übergabe von Flugabwehrsystemen, darunter Patriot-Systemen, erhielt die Ukraine jedoch nicht.

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