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September 1, 2026
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Schroeder warnt vor neuer Emotionalisierung im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beobachtet der Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder eine wachsende Bedeutung von Streamern und Influencern. Besonders die AfD nutze diese gezielt, um ihre Reichweite zu erhöhen und Menschen außerhalb der eigenen Anhängerschaft zu erreichen.

Schroeder verwies im Deutschlandfunk darauf, dass Influencer und Streamer bei AfD-Veranstaltungen dabei seien und diese live im Internet übertrügen. Dabei werde der Eindruck vermittelt, man zeige das „wahre Bild“ oder die „ungeschminkte Wahrheit“. Nach Einschätzung des Wissenschaftlers bringen die Beteiligten zudem eigene Emotionen ein und suchen die Provokation mit Andersdenkenden.

Für Aufmerksamkeit sorgte zuletzt der Streamer „Aktivist Mann“, der mit bürgerlichem Namen Matthäus Westfal heißt. Ihm wurde vorgeworfen, im Wahlkampf wiederholt Journalisten beschimpft zu haben, unter anderem vom Magazin „Spiegel“. Der AfD-Landeschef in Sachsen-Anhalt, Reichardt, suchte deshalb das Gespräch mit dem Streamer. Sein Vorgehen sei „in dieser Form vielleicht ein bisschen drüber gewesen“, wird Reichardt in dem Bericht zitiert.

Gleichzeitig gibt es auch Streamer, die sich kritisch mit der AfD und Rechtsextremismus auseinandersetzen. Als Beispiel wird der Webvideo-Produzent „Marcant“ genannt. Er besucht regelmäßig AfD-Veranstaltungen und spricht dort mit Wählern der Partei sowie mit Menschen aus der rechtsextremen Szene. Dabei versucht er, deren Positionen zu widersprechen. Für sein Engagement gegen Rechtsextremismus erhielt er in diesem Jahr die Theodor-Heuss-Medaille der Theodor-Heuss-Stiftung.

Insgesamt sieht Schroeder, der an der Universität Kassel lehrt, im Wahlkampf eine „neue Qualität an Emotionalisierung“. Das Publikum wolle eine Botschaft, die am Ende ein gemeinsames „Wir“ konstruiere.

Der Politikwissenschaftler erkennt zudem Parallelen zu Wahlkämpfen des US-Präsidenten Donald Trump. Dazu zählt er das gezielte Säen von Misstrauen. Die AfD verbreite beispielsweise Erzählungen, wonach Briefwahlen manipuliert werden könnten oder Wahlzettel in Altersheimen von Anhängern anderer Parteien ausgefüllt würden. Damit werde bereits vor der Wahl versucht, deren Ergebnis für den Fall zu delegitimieren, dass es nicht den eigenen Erwartungen entspreche.

Für die Wahl am Wochenende erwartet Schroeder Konfrontationen. Es werde nicht ohne Emotionen, Konflikte, Provokationen und Auseinandersetzungen abgehen, sagte der Politikwissenschaftler.

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