Der geplante Verkauf des Berliner Luxushotels Adlon ist vorerst gescheitert. Zwar stimmten 86 Prozent der Gesellschafter für die Veräußerung der Immobilie am Brandenburger Tor. Wegen unterschiedlich großer Fondsanteile wurde die erforderliche Zustimmung von 75 Prozent des Fondskapitals jedoch nicht erreicht.
Nach Angaben der Fondsgesellschaft repräsentierten die Befürworter 71,04 Prozent des Kapitals. Damit fehlten 3,96 Prozentpunkte. Das Adlon gehört zum Fundus Fonds 31, an dem mehr als 4000 Anleger beteiligt sind.
Viele Anleger hatten nach Angaben der Fondsgesellschaft bereits in den 1990er-Jahren investiert und sind inzwischen etwa 80 Jahre alt. Ein großer Teil wolle seine Beteiligung deshalb zu Geld machen. Der geplante Verkauf sollte ihnen diesen Ausstieg ermöglichen.
Als Mindestpreis für die Immobilie waren 280 Millionen Euro vorgesehen. Ein Käufer stand bislang nicht fest. Nach einer Zustimmung der Anleger sollte zunächst ein internationales Bieterverfahren beginnen. Vorangetrieben wird der Verkauf von dem Unternehmer Anno August Jagdfeld. Seine Unternehmensgruppe verwaltet den Fonds, dem die Adlon-Immobilie gehört.
Gegen die Verkaufsbedingungen hatten sich vor der Abstimmung mehrere Gesellschafter ausgesprochen. Sie halten nach eigenen Angaben gemeinsam Fondsanteile im Wert von mehreren Hunderttausend Euro. Für das Hotel hielten sie einen Verkaufspreis von 350 bis 400 Millionen Euro für möglich.
Kritik gab es außerdem an der geplanten Vergütung für Jagdfeld. Bei einem Verkaufspreis von mehr als 310 Millionen Euro soll seine Seite nach übereinstimmenden Angaben 20 Prozent des Mehrerlöses erhalten, der über diesem Betrag liegt.
Trotz des gescheiterten Votums will Jagdfeld den Verkauf weiterverfolgen. Die Zustimmung von 86 Prozent bezeichnete er als ein „überwältigendes Mandat, jetzt nochmals den Verkauf anzugehen“. Eine neue Abstimmung soll so schnell wie möglich stattfinden.
Vom möglichen Eigentümerwechsel unberührt bleibt zunächst der Hotelbetrieb. Kempinski bleibt Betreiber des Adlon. Für Hotelgäste und Mitarbeiter des Berliner Luxushotels ändert sich zunächst nichts.