Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat 249 Dienstwagen deutscher Politikerinnen und Politiker aus Bund und Ländern verglichen. Nach der Auswertung sind nur 90 Fahrzeuge rein elektrisch unterwegs. Ihr Anteil an der gesamten untersuchten Flotte liegt damit etwas unter dem Vorjahreswert.
Den größten Anteil machen Plug-in-Hybride aus. 42 Prozent der Fahrzeuge gehören zu dieser Kategorie. Nach Angaben der DUH stoßen sie im Durchschnitt 179 Gramm CO₂ pro Kilometer aus und liegen damit nur wenig unter reinen Verbrenner-Pkw.
Die Organisation kritisiert, dass mehrere Politikerinnen und Politiker Elektroautos gegen Plug-in-Hybride ausgetauscht hätten. Genannt werden drei Staatsminister von CDU und CSU aus dem Auswärtigen Amt, Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne), Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) und Sachsens Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU). Die DUH bezeichnete diese Entwicklung als „Rückwärtsgang im Klimaschutz“.
In der Bundesregierung schnitt Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan am besten ab. Ihr Dienstwagen kommt laut DUH auf einen geschätzten CO₂-Ausstoß von 64 Gramm pro Kilometer. Werden zusätzlich die Fahrzeuge der Ministerinnen, Minister und Staatssekretäre berücksichtigt, liegt das Umweltressort im Vergleich der Bundesministerien vorn. Es folgen das Innen- und das Entwicklungsministerium gemeinsam vor dem Arbeitsministerium.
Die Dienstwagen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und einigen weiteren Bundesministern wurden wegen ihrer schweren Panzerung wie in den vergangenen Jahren nicht in die Wertung aufgenommen.
Bei den Regierungschefs der Länder führt Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) mit 66 Gramm CO₂ pro Kilometer. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bildet mit 262 Gramm das Schlusslicht. Im Vergleich der gesamten Landesregierungen liegt Berlin auf Platz eins. Dort setzte die Regierungsmannschaft zuletzt verstärkt auf batterieelektrische Dienstwagen. Mecklenburg-Vorpommern landet im Länderranking auf dem letzten Platz.
In der Auswertung nach Parteien liegen die Grünen vorn. Die FDP wird von der DUH als Verliererin des Parteienvergleichs bezeichnet.
DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz kritisierte das Ergebnis als schlechtes Signal für die deutsche Klimapolitik. Bund und Länder sollten bei der Anschaffung neuer Fahrzeuge konsequent auf Elektroautos setzen und auf Plug-in-Hybride verzichten, fordert die Organisation.
Plug-in-Hybride können sowohl mit Treibstoff als auch mit Strom betrieben werden. Um ihren CO₂-Ausstoß zu berechnen, nimmt die DUH einen elektrischen Fahranteil von rund elf Prozent an. Umweltschützer kritisieren, dass diese Fahrzeuge in der Praxis häufig mit dem Verbrennungsmotor gefahren werden.