Marius Borg Høiby darf trotz seines Hausarrests an der Beisetzung des verstorbenen norwegischen Königs Harald V. teilnehmen. Die norwegische Polizei bestätigte entsprechende Medienberichte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Die Staatsanwaltschaft genehmigte den dafür gestellten Antrag.
Høiby steht derzeit mit einer Fußfessel in Untersuchungshaft in der Residenz des norwegischen Königspaares, Schloss Skaugum. Im Juni verurteilte ihn ein Gericht unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Bereits am Montagnachmittag nahm Høiby an einer Prozession teil. Gemeinsam mit dem neuen König Haakon, seinem Stiefvater, trug er dabei den Sarg. Zuvor hatte er sich im Krankenhaus von seinem Ziehopa verabschieden dürfen.
König Harald V. war am Freitag im Alter von 89 Jahren gestorben. Seine Beisetzung ist für den 9. September vorgesehen. Der Sarg des Monarchen soll am Nachmittag aus einem Salon des Schlosses in die Kapelle gebracht werden. Nach Angaben des Hofs werden die Kinder und Enkelkinder des Königs den Sarg begleiten.
Auch Haralds Witwe, Königin Sonja, und die neue Königin Mette-Marit sollen an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen. In der Schlosskapelle wird der Sarg auf ein Katafalk gestellt. Anschließend ist dort eine private Gedenkfeier für die Familie Haralds, den Hof und die Adjutanten geplant.
Nach dem Tod seines Vaters wurde Haakon unmittelbar zum König. Am Dienstag soll der neue Monarch im Parlament in Oslo seinen Eid auf die Verfassung ablegen.
Die Trauerfeierlichkeiten für Harald stoßen in Norwegen auf große Aufmerksamkeit. Zehntausende Menschen erwiesen dem König am Wochenende die letzte Ehre. Høiby gehört zur königlichen Familie, ist jedoch nicht offiziell Teil des norwegischen Königshauses.