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August 27, 2026
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Bitkom-Studie: Ausländische Geheimdienste nehmen deutsche Unternehmen stärker ins Visier

Deutsche Unternehmen geraten laut der Wirtschaftsschutzstudie des IT-Branchenverbands Bitkom zunehmend ins Visier ausländischer Geheimdienste. Cyberangriffe, Spionage und Sabotage verursachten demnach einen Schaden von mindestens 211 Milliarden Euro.

Die Summe basiert auf den Angaben von rund 1000 Führungskräften, die zwischen Mitte April und Anfang Juni befragt wurden. Im Vorjahr hatte Bitkom den Schaden noch auf 289 Milliarden Euro geschätzt. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst geht jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus und hält den tatsächlichen Schaden deshalb für größer.

Besonders auffällig ist nach Angaben des Verbands, dass betroffene Unternehmen ausländische Nachrichtendienste häufiger als Angreifer identifizieren. Ihr Anteil stieg von 28 auf 37 Prozent. Mehr als die Hälfte der betroffenen Firmen konnte mindestens einen Angriff nach China zurückverfolgen. Russland folgte mit 49 Prozent. Zugleich nahm der Anteil der aus dem Iran stammenden Angriffe auf neun Prozent zu und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Am häufigsten werden statistisch weiterhin nichtstaatliche Akteure aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität als Täter oder Tatverdächtige genannt. Ihr Anteil ging zwar leicht von 68 auf 62 Prozent zurück, liegt damit aber weiterhin deutlich über dem der anderen Tätergruppen.

Als zusätzliche Herausforderung gilt der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Angreifer können damit schneller vorgehen. Unternehmen benötigen die Technologie zugleich, um Attacken besser abzuwehren. Wintergerst sieht deshalb eine zentrale Aufgabe darin, Sicherheitslücken deutlich schneller zu schließen.

Eine wichtige Rolle beim Schutz der Wirtschaft spielt das Bundesamt für Verfassungsschutz. Die Behörde informiert Unternehmen nach eigenen Angaben mit Warnmeldungen, sobald sie Hinweise auf verdächtige Aktivitäten oder konkrete Gefahren erhält. Ein Teil dieser Informationen stammt auch von Nachrichtendiensten befreundeter Staaten.

Verfassungsschutz-Präsident Sinan Selen sprach von einer breit angelegten Agenda staatlicher Akteure gegen Deutschland. Dazu gehöre auch der Versuch, die Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland zu schwächen. Besonders gefährdet seien nach seiner Einschätzung Unternehmen der Rüstungsindustrie sowie die Forschung zur Drohnentechnologie.

Staatliche Akteure würden zudem zunehmend mit cyberkriminellen Gruppen und sogenannten Low-Level-Agenten zusammenarbeiten, erklärte Selen. In Deutschland angeworbene Kriminelle, die gegen Bezahlung spionieren oder sabotieren, werden in diesem Zusammenhang als „Wegwerf-Agenten“ bezeichnet. Diese Arbeitsteilung erschwere es Unternehmen und Sicherheitsbehörden, die Angreifer eindeutig voneinander zu unterscheiden.

Um die Risiken zu verringern, empfehlen Selen und Wintergerst höhere Investitionen in den Schutz der kritischen Infrastruktur. Nach Angaben der befragten Unternehmen stagnieren die Budgets für IT-Sicherheit jedoch. Sie machen im Durchschnitt 18 Prozent des gesamten IT-Budgets aus. Beide befürchten, dass davon letztlich die Angreifer profitieren könnten.

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