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August 25, 2026
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Drohnenfund nahe Leipzig/Halle: Zweifel an Deutschlands Abwehr

Nahe dem Flughafen Leipzig/Halle soll eine weitere verdächtige Drohne gefunden worden sein. Nach Berichten von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung wurde sie acht Tage nach dem Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne entdeckt – allerdings außerhalb des Flughafengeländes. Eine offizielle Bestätigung für den zweiten Fund gibt es bislang nicht.

Die Medien berufen sich auf Angaben aus Sicherheitskreisen. Demnach lag die Drohne auf einem Feld im Kabelsketal. Die Gemeinde grenzt an den westlichen Teil des Flughafens Leipzig/Halle und liegt 13 Kilometer von Halle entfernt.

An der Fundstelle soll außerdem eine Substanz entdeckt worden sein. Ersten Einschätzungen zufolge könnte es sich um etwa 50 Gramm des hochexplosiven militärischen Sprengstoffs Hexogen handeln. Die beteiligten Medien vermuten deshalb, dass hinter den Vorfällen ein größerer Anschlagsplan stehen könnte. Belegt ist diese Annahme bislang nicht.

Bestätigt haben Sicherheitsbehörden und Politiker bisher nur den Fund der Sprengstoff-Drohne am 6. August auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Unklar ist weiterhin, ob eine wenige Tage später erfolgte Kollision eines Frachtflugzeugs mit einem unbekannten Gegenstand ebenfalls mit einer Drohne zusammenhing.

Eine frühere Meldung des Rechercheverbunds war bereits zurückgewiesen worden. Dabei ging es um die Behauptung, ein nahe dem Fundort abgestelltes Frachtflugzeug der ukrainischen Antonov Airlines sei mit militärischer Munition beladen gewesen. Die Flughafengesellschaft dementierte dies kurz nach der Veröffentlichung.

Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte am Rande einer Klausur der Bundesregierung, Deutschland sei stärker ins Visier hybrider Angreifer geraten. Diese nähmen zunehmend schwere Sachschäden sowie Verletzte und Tote in Kauf. Innenminister Alexander Dobrindt bezeichnete den Vorfall als mögliches hybrides Anschlagsszenario und brachte fremde Mächte als mögliche Urheber ins Gespräch. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.

Der Fall wirft zugleich Fragen zur deutschen Drohnenabwehr auf. Nach Angaben des Bundeskriminalamts wurden 2025 mehr als 1000 verdächtige Drohnenflüge registriert. Betroffen waren unter anderem Flughäfen, Seehäfen, Industrieanlagen und militärische Einrichtungen. Im Oktober des Vorjahres führten Drohnen zudem zu erheblichen Einschränkungen des Flugverkehrs in München.

Nach Einschätzung des Sicherheitsexperten Nico Lange fehlen in Deutschland ausreichende Sensornetzwerke, um alle Drohnen zu erkennen. Besonders schwierig sei die Erfassung tief fliegender und langsamer Fluggeräte. Auch der Fachverband UAV DACH fordert ein Echtzeit-Lagebild für den unteren Luftraum sowie eine verpflichtende elektronische Kennzeichnung von Drohnen.

Mit dem Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum in Berlin sollen Informationen von Bundespolizei, Landespolizeien, Nachrichtendiensten und Bundeswehr zusammengeführt werden. Zudem wurde im Dezember 2025 eine neue Spezialeinheit der Bundespolizei in Dienst gestellt. Ihre ursprünglich geplante Stärke von 130 Dienstposten an vier Standorten soll auf 300 Kräfte an acht Standorten anwachsen.

Die Zuständigkeiten bleiben jedoch geteilt. Grundsätzlich sind die Landespolizeien für Drohnen zuständig. Bewegt sich ein Fluggerät über einem größeren Verkehrsflughafen oder einer Bahnanlage, kann die Bundespolizei eingreifen. Die Bundeswehr darf außerhalb eigener Liegenschaften nur unter engen Voraussetzungen zur Drohnenabwehr eingesetzt werden. Eine Änderung des Luftsicherheitsgesetzes erlaubt dies, wenn dadurch ein besonders schwerer Unglücksfall verhindert werden kann.

Auch bei der technischen Ausstattung der Flughäfen sehen Experten Nachholbedarf. Das Bundesinnenministerium teilte mit, die großen Flughäfen würden schrittweise mit mobiler Drohnenabwehrtechnik ausgestattet. Vorrang haben demnach Frankfurt am Main, München, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn, Stuttgart und Leipzig/Halle. Bis Ende des Jahres sollen diese Flughäfen über entsprechende Systeme verfügen.

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