Eine Störung beim Vertrauensdienst-Anbieter D-Trust hat am Montagnachmittag wichtige digitale Anwendungen im deutschen Gesundheitswesen beeinträchtigt. In vielen Apotheken konnten E-Rezepte zeitweise nicht eingelöst werden. Auch Arztpraxen waren bei der Ausstellung elektronischer Dokumente teilweise eingeschränkt.
Nach Angaben der Nationalen Agentur für Digitale Medizin (gematik) bestehen seit etwa 12.45 Uhr Probleme mit sogenannten Institutionskarten (SMC-B) von D-Trust. Diese Chipkarten dienen dazu, Praxen und Apotheken im digitalen Gesundheitssystem auszuweisen. Wenn die Karten oder die dazugehörigen Dienste nicht funktionieren, können zentrale Anwendungen ins Stocken geraten.
Betroffen sind neben den E-Rezepten auch elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) und die elektronische Patientenakte (ePA). Für Patientinnen und Patienten bedeutete der Ausfall, dass Medikamente trotz eines bereits digital vorliegenden Rezepts vielerorts nicht wie gewohnt abgeholt werden konnten.
Über die Probleme berichteten zahlreiche Apotheken. Apotheker Dr. Jochen Haas von der Brunnen-Apotheke in Wiesbaden schilderte dem Pharma-Magazin „Apotheke Adhoc“ die Situation mit den Worten: „Es funktioniert alles nicht. Wir müssen alle Kunden wegschicken.“ Viele Betroffene hätten zuvor bereits andere Apotheken ohne Erfolg aufgesucht. Wann die Anwendungen wieder verfügbar seien, könne er nicht sagen.
Da D-Trust zu den wichtigen Anbietern der betroffenen Karten gehört, rechnet Haas mit Einschränkungen in einem großen Teil der deutschen Apotheken. Für die Betriebe bedeute der Ausfall neben zusätzlichem Aufwand auch finanzielle Einbußen. Kritisch sieht der Apotheker zudem die Kommunikation: Informationen über die Störung erreichten die Apotheken aus seiner Sicht häufig nicht direkt.
Die gematik teilte mit, D-Trust analysiere die Störung, um die Ursache zu beheben. Auch die Bundesdruckerei, die D-Trust betreibt, bestätigte die Arbeiten. Ihr Sprecher erklärte, die Expertinnen und Experten arbeiteten „mit Hochdruck an der Analyse der Situation sowie einer schnellen und vollständigen Wiederherstellung der betroffenen Dienste“.
Wie lange die Einschränkungen andauern, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.