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September 7, 2026
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Studie: Nur wenige Meeresschutzgebiete schützen Riffe wirksam

Viele ausgewiesene Meeresschutzgebiete bieten Korallen- und Steinriffen offenbar keinen ausreichenden ökologischen Schutz. Einer Analyse zufolge liefern nur 23 Prozent der untersuchten Gebiete einen deutlich messbaren Nutzen. Hochgerechnet wären damit lediglich etwa zwei Prozent der Weltmeere wirksam geschützt.

Für die Untersuchung analysierte ein Forschungsteam um die Meeresbiologin Ella Clausius von der Universität Tasmanien die Größe und Anzahl von Fischen und Haien in mehr als 550 Schutzzonen. Im Mittelpunkt standen flache Stein- und Korallenriffe, die zu den artenreichsten Lebensräumen zählen. Gleichzeitig geraten sie durch steigende Meerestemperaturen zunehmend unter Druck.

Die Forschenden berechneten die sogenannte Fischbiomasse und verglichen sie mit einem Modellwert. Dieser sollte zeigen, welche Biomasse zu erwarten wäre, wenn es in den betreffenden Gebieten keine Schutzmaßnahmen gäbe. Als wirksam gilt ein Schutzgebiet in der Untersuchung dann, wenn es mindestens doppelt so viel Biomasse aufweist wie dieser Vergleichswert.

Dieses Kriterium erfüllte demnach weniger als ein Viertel der untersuchten Flächen. Obwohl aktuell 9,8 Prozent der Ozeane als Meeresschutzgebiete ausgewiesen sind, bedeute das nach der Modellrechnung nicht, dass dieser Anteil auch entsprechend wirksam geschützt sei. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt „PNAS“ veröffentlicht.

Nach dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt sollen bis 2030 mindestens 30 Prozent der weltweiten Gewässer unter Schutz stehen. Die Analyse macht jedoch deutlich, dass die Ausweisung allein nicht ausreicht. In vielen Gebieten werde laut den im Beitrag wiedergegebenen Einschätzungen nicht ausreichend kontrolliert, ob die geltenden Regeln eingehalten werden.

Ein weiteres Problem ist, dass der Status als Meeresschutzgebiet nicht automatisch ein vollständiges Fischereiverbot bedeutet. Einschränkungen können bestehen, werden aber nach Angaben der Fachleute vielfach nicht konsequent überprüft oder durchgesetzt.

Der Meeresforscher Sebastian Ferse vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung bezeichnete viele Schutzgebiete als „Papiertiger“, die vor allem auf dem Papier existierten. Nach seiner Einschätzung wäre für den Meeresschutz mehr gewonnen, wenn bestehende Gebiete wirksam geschützt und ihre Regeln eingehalten würden, statt lediglich den Anteil der formal ausgewiesenen Schutzflächen zu erhöhen.

Anfang des Jahres billigte der Bundestag ein internationales Meeresschutzabkommen, das auch die hohe See unter Schutz stellen soll.

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