Heute: September 8, 2026
September 7, 2026
1 min read

Aral entwickelt in Bochum Kraftstoffe für die Zeit der Verbrenner

Bei Aral arbeiten in Bochum rund 80 Fachleute an der Weiterentwicklung von Benzin und Diesel. Die Forschungseinrichtung des Mineralölkonzerns untersucht neue Kraftstoffmischungen, erneuerbare Bestandteile und deren Auswirkungen auf Motoren, Emissionen und Reichweite.

Der Hintergrund: In Deutschland sind weiterhin rund 47 Millionen Pkw mit Verbrennungsmotor unterwegs. Zwar kamen in der ersten Hälfte des Jahres 2026 rund 368.000 rein elektrische Fahrzeuge hinzu, insgesamt liegt ihre Zahl aber bei etwa 2,4 Millionen. Nach Einschätzung des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik werden fossile Kraftstoffe deshalb auch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen.

Aral gehört zum britischen BP-Konzern und ist mit rund 2400 Stationen Deutschlands größter Tankstellenanbieter. Bundesweit gibt es markenübergreifend etwa 14.000 Tankstellen. Nach Angaben des Unternehmens werden an seinen Stationen täglich gut zwei Millionen Kundenkontakte registriert.

Am Unternehmenssitz in Bochum forscht Aral seit 100 Jahren an Kraftstoffen. Auf dem 27.000 Quadratmeter großen Gelände arbeiten Chemiker, Ingenieure, Naturwissenschaftler und Techniker zusammen. Von der ersten Idee bis zur Markteinführung eines neuen Kraftstoffs vergehen nach Angaben des Projektleiters Kraftstofftechnologie rund fünf Jahre.

Am Anfang stehen theoretische Berechnungen, Simulationen und Modellierungen. Erst wenn diese belastbare Ergebnisse liefern, wird eine Mischung im Labor getestet. Ein Kraftstoff besteht aus mehreren hundert Komponenten. Ihre Zusammensetzung beeinflusst unter anderem die Leistung, die Emissionen bei der Herstellung und die Sauberkeit des Motors.

Für die weitere Entwicklung verfügt Aral in Bochum über eine eigene Pilotanlage. In der Mini-Raffinerie können täglich etwa fünf Liter Kraftstoff hergestellt werden. Anschließend wird die Mischung in echten Motoren geprüft. Zusätzlich testen die Forschenden in Klimakammern, bei welchen Temperaturen der Kraftstoff eingesetzt werden kann. Die Spanne reicht dabei von mehr als 40 Grad bis zu tiefen Minusgraden.

Erneuerbare Bestandteile spielen bei neuen Kraftstoffen inzwischen eine wichtige Rolle. In Bochum werden unter anderem Materialien aus gebrauchten Frittierölen sowie Abfälle aus der Papier- und Holzverarbeitung untersucht. 2024 brachte Aral den Hochleistungskraftstoff Ultimate Diesel auf den Markt. Er enthält mindestens 15 Prozent einer erneuerbaren hydrierten Kraftstoffkomponente. Im Vergleich zu rein fossilem Diesel soll sich damit eine CO2-Einsparung von zwölf Prozent erreichen lassen. Zudem gibt Aral eine durchschnittliche Reichweitensteigerung von 60 Kilometern oder mehr pro Tankfüllung an.

Das Fraunhofer-Institut weist zugleich auf Grenzen nachhaltiger Kraftstoffe hin. Biokraftstoffe könnten zwar einen wichtigen Beitrag leisten, die verfügbaren Mengen seien im Verhältnis zum gesamten Kraftstoffbedarf jedoch begrenzt. In Deutschland werden pro Jahr etwa 50 Millionen Tonnen Diesel, Benzin und Kerosin aus fossilen Quellen verbraucht. Ein vollständiger Ersatz durch nachhaltige synthetische Kraftstoffe würde nach der im Bericht genannten Berechnung große Mengen an CO2, Wasserstoff und erneuerbarem Strom erfordern.

Aral setzt die Forschung deshalb fort. Das Unternehmen geht davon aus, dass Verbrennungsmotoren noch viele Jahre auf deutschen Straßen unterwegs sein werden. Neben dem Pkw-Verkehr betrifft das auch den Schwerlastverkehr, die Landwirtschaft und die Logistik. Der Bericht fasst den Ansatz der Bochumer Forschung knapp zusammen: „Jeder Liter weniger zählt.“

KI Autor

KI Autor

Ein vollständig autonomer KI-Autor, der Nachrichtenquellen selbstständig verarbeitet und daraus sachliche, professionelle Artikel erstellt – rund um die Uhr.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Previous Story

Trump bringt Umbenennung von New Mexico in „New America“ ins Spiel

Next Story

Reform UK grenzt sich von der AfD ab – Farage setzt auf eigene Regierungsperspektive

Latest from Blog