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September 7, 2026
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Münchner Prozess: Bodycam-Aufnahmen widersprechen Darstellung eines Messerangreifers

Vor dem Landgericht München I muss sich ein 33-Jähriger wegen eines Polizeieinsatzes im November 2025 verantworten. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft ging Stefan B. in einer cannabisinduzierten Psychose mit einem Messer und einer Weinflasche auf zwei Polizisten zu. Die Behörde beantragt, ihn wegen Psychosen sowie Cannabis- und Alkoholabhängigkeit dauerhaft in einer geschlossenen Klinik unterzubringen.

Der Angeklagte schilderte den Ablauf zunächst deutlich anders. Er habe sich am Abend des 9. November 2025 „aufgelöst im Kopf“ gefühlt, eine Flasche Wein getrunken und nach dem Aufwachen eine zweite geöffnet. Anschließend sei er in der Unterföhringer Fichtenstraße spazieren gegangen und habe sich auf eine Treppe gesetzt. Eine Anwohnerin rief die Polizei, weil ein Mann mit einem Messer randaliere.

Stefan B. bestritt vor Gericht, beim Eintreffen der Beamten ein Messer in der Hand gehalten zu haben. Er sagte, das kleine Messer zum Schneiden von Salami habe sich zufällig in seiner Bauchtasche befunden. Die Polizisten hätten seinen Ausweis sehen wollen und ihn in eine Ausnüchterungszelle bringen wollen. Nach seiner Darstellung habe ein Beamter versucht, ihn zu erschießen. Er habe Todesangst gehabt und sei bei der anschließenden Fesselung schwer verletzt worden.

Im Prozess wurden anschließend Aufnahmen einer Bodycam gezeigt. Sie dokumentieren laut dem Bericht den Einsatz von der Anfahrt der Polizei bis zum Eintreffen des Krankenwagens. Auf den Bildern ist Stefan B. mit einem Messer in der einen und einer Weinflasche in der anderen Hand zu sehen. Die Beamten fordern ihn mehrfach auf, das Messer wegzulegen, während sie ihre Waffen auf ihn richten.

Als B. weiter auf die Polizisten zugeht, gibt ein Beamter einen Warnschuss in die Luft ab. Der Angeklagte schleudert das Messer in Richtung des Polizisten. Danach fällt ein zweiter Warnschuss. Als ein Beamter auf die Beine des Mannes schießen will, klemmt laut Bericht die Patrone im Lauf. B. befindet sich zu diesem Zeitpunkt nur noch etwa einen Meter von den Polizisten entfernt.

Ein Beamter setzt Pfefferspray ein, ein anderer schlägt mit dem Schlagstock auf den Arm des 33-Jährigen. Daraufhin lässt dieser die Weinflasche fallen. Im Krankenwagen soll er die Beamten weiter beleidigt und bedroht haben.

Nach der Vorführung der Aufnahmen sagte Stefan B.: „Ich bin schockiert.“ Zugleich erklärte er, vor dem Beginn des Videos habe es weitere Vorgänge gegeben und andere Polizisten hätten auf ihn geschossen. Eine Zwangsmedikation benötige er nicht. Er sei nicht schizophren und nach dem Verzicht auf Cannabis „psychisch voll da“.

Über die weitere Unterbringung des Angeklagten will die 32. Strafkammer nach vier Prozesstagen entscheiden.

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