Die Nord- und Ostsee waren in den Sommermonaten deutlich wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Das zeigt eine Auswertung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) für Juni, Juli und August. Besonders stark stiegen die Temperaturen rund um Helgoland.
Am 1. Juli lag die Oberflächentemperatur vor Helgoland vier Grad Celsius über dem klimatologischen Mittelwert für diesen Tag. Grundlage für den Vergleich sind die Messungen der dortigen Station seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2009. Zudem wurden vor Helgoland 66 Tage mit marinen Hitzewellen registriert.
Auch in der südlichen Nordsee und im Ärmelkanal war die obere Wasserschicht ungewöhnlich warm. Sie lag dort im Schnitt rund zwei Grad Celsius über den üblichen Werten. In einzelnen Gebieten wurden laut BSH die höchsten Temperaturen seit 30 Jahren gemessen.
Im gesamten Gebiet der Nordsee betrug die durchschnittliche Oberflächentemperatur 15,6 Grad Celsius. Das waren knapp ein Grad mehr als im langjährigen Mittel. Damit war es in der Nordsee der fünftwärmste Sommer seit Beginn der entsprechenden Vergleichsreihe im Jahr 1997.
Auch die Ostsee verzeichnete hohe Werte. Ihre Oberfläche erwärmte sich im Durchschnitt auf 17,2 Grad Celsius und lag damit ebenfalls knapp ein Grad über dem langjährigen Mittel. Die Ostsee erlebte dadurch den siebtwärmsten Sommer seit 1997. Besonders betroffen waren die deutschen und polnischen Küsten, die schwedische Ostküste sowie der äußerste Norden. Der Juni lag dort mit fast drei Grad über dem langjährigen Mittel besonders deutlich über den üblichen Temperaturen.
Die Entwicklung beschränkte sich nicht auf das Meer. In Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt wurden im Juni 41,8 Grad Celsius gemessen. Damit wurde dort ein neuer Rekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erreicht.
Hohe Wassertemperaturen können für Meerestiere gefährlich werden. Sie begünstigen Algenblüten und Sauerstoffmangel. Einige Arten müssen in kühlere Gewässer ausweichen, während sich einwandernde Arten stärker ausbreiten können. Zudem dehnt sich warmes Wasser aus, wodurch der Meeresspiegel steigt. Schmelzende Gletscher und Eisschilde verstärken diesen Effekt. Wärmere Meere nehmen außerdem weniger Kohlendioxid auf.