Russlands Außenminister Lawrow hat Deutschland im Streit über den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle scharf kritisiert. Die Anschuldigungen gegen Moskau stellten letztlich den „Beginn eines echten Krieges“ dar, sagte Lawrow.
Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass warf Lawrow Bundeskanzler Merz vor, mit seinen Äußerungen auf eine Kriegserklärung zuzusteuern. Außerdem beschuldigte er die Bundesregierung, Russland ohne ausreichende Nachforschungen für den Vorfall verantwortlich gemacht zu haben.
Die russische Regierung werde daraus die „entsprechenden Schlussfolgerungen ziehen“, erklärte der Außenminister. Lawrow warf Deutschland zudem vor, erneut einen Krieg mit Russland zu wollen.
Anfang August war am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs gefunden worden. Nach Untersuchungen machte die Bundesregierung Russland für den Vorfall verantwortlich.
Als Reaktion kündigte die Bundesregierung unter anderem die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des russischen Kulturzentrums in Berlin an. Bundeskanzler Merz hatte vor weiteren Angriffen gewarnt und erklärt, Deutschland sei entschlossen, seine Demokratie und sein Territorium zu verteidigen.
Der russische Präsident Putin bezeichnete die Maßnahmen der Bundesregierung als „erneuten schweren Fehler“. Sie liefen den Interessen des deutschen Volkes zuwider, sagte er.
Die Nachricht wurde am 6. September 2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.