In der niederbayerischen Klosterbrauerei Mallersdorf hält Schwester Doris eine besondere Tradition am Leben: Sie leitet die weltweit letzte Klosterbrauerei, die noch von einem Frauenorden betrieben wird.
Die Ordensfrau rührt den Sud selbst an und überwacht dabei unter anderem Stammwürze und Alkoholgehalt. Damit ist sie nach Angaben des SPIEGEL das einzige Ordensmitglied, das diese Arbeit noch eigenhändig ausführt.
Warum das Brauwesen in Männerklöstern inzwischen weitgehend säkularisiert ist, in Frauenklöstern aber fortbesteht, erklärt Schwester Doris mit einer eigenen Theorie. „Wir Frauen sind eben stabiler“, wird sie in dem Beitrag zitiert.
Der SPIEGEL hat die Braumeisterin für einen Beitrag besucht, der im Newsletter „Alles Gute“ vorgestellt wurde. Darin wird die Brauerei als Beispiel für eine handwerkliche Tradition beschrieben, die im Kloster weitergeführt wird.
Das Bierbrauen hat in Frauenklöstern eine lange Geschichte. Nach Darstellung des Beitrags waren Nonnenklöster bereits im Mittelalter Orte, an denen Frauen über ihr eigenes Leben bestimmen und Tätigkeiten übernehmen konnten, die sonst Männern vorbehalten waren. Dazu gehörte auch das Brauen von Bier.
Bei ihrem Besuch erlebte der Autor Schwester Doris als direkt und selbstbewusst. Zugleich verstehe sie ihr Handwerk, heißt es in der Beschreibung des Beitrags.
Die Ordensfrau selbst sagt, Biertrinken sei gesund, solange man es nicht übertreibe. In der Klostergemeinschaft gehört das Getränk offenbar zum Alltag: Fast ein Fünftel der gesamten Produktion wird von den Ordensfrauen selbst getrunken. „Bei uns gibt es zu jeder Mahlzeit Bier“, erzählt Schwester Doris dem SPIEGEL. Eine Ausnahme gibt es demnach: das Frühstück.
Die Klosterbrauerei in Mallersdorf steht damit für eine Verbindung aus religiösem Leben und traditionellem Handwerk. Schwester Doris führt den Betrieb weiter und kümmert sich weiterhin persönlich um den Brauprozess.