Susanne Schmid möchte das Theaterstück „Kleine Schritte“ ins Meta Theater Moosach holen. Die 68-Jährige lebt selbst mit einer seltenen Form von Parkinson und hat dafür ein Crowdfunding gestartet. Die Aufführung ist für den 5. Dezember um 19 Uhr geplant.
Für den Theaterabend werden nach Angaben von Schmid rund 3300 Euro benötigt. Etwa die Hälfte der Summe sei bereits durch Spenden zusammengekommen. Trotz der noch offenen Finanzierung zeigt sich die Initiatorin zuversichtlich, dass die Veranstaltung stattfinden kann.
Schmid lebt in Hermannsdorf bei Glonn und war dort lange Zeit in der Bio-Gärtnerei tätig, die sie vor mehr als 40 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Werner gegründet hatte. Sie kümmerte sich unter anderem um das Büro, den Hofladen und die Auslieferung der Abokisten. Nach ihrer Diagnose wurde die Übergabe an ihre Tochter Leoni beschleunigt.
Erste Anzeichen der Erkrankung bemerkte Schmid bereits vor etwa drei Jahren. Ihre Stimme sei leiser geworden, die Handschrift unleserlicher und ihr Gang gebeugter. Zudem habe sie ein Bein nachgezogen. Inzwischen steht fest, dass sie an einer atypischen Form der Erkrankung leidet, der progressiven supranukleären Blickparese, kurz PSP. Diese kann häufige Stürze nach hinten verursachen.
Um dem körperlichen Abbau entgegenzuwirken, setzt Schmid auf Bewegung. Sie macht Gymnastik und Krafttraining und geht täglich spazieren. Außerdem initiierte sie nach einem Vorbild aus Köln das Angebot „Parkimotion“. Menschen mit Parkinson und ihre Angehörigen können dabei gemeinsam in gemütlichem Tempo rund um Hermannsdorf wandern.
Schmid möchte Betroffenen Mut machen und den Austausch fördern. Viele Menschen mit Parkinson würden sich aus Scham oder fehlender Hoffnung zurückziehen, sagt sie. Ihr eigenes Motto lautet dagegen: „Nicht aufgeben!“ Sport, Kultur und gemeinsame Aktivitäten seien für sie weiterhin wichtig.
Das Zwei-Personen-Stück „Kleine Schritte“ wurde 2024 von Wolfgang Krebs und der Autorin und Regisseurin Petra Wintersteller entwickelt. Krebs ist selbst an Parkinson erkrankt und steht gemeinsam mit Claudia Kurrle auf der Bühne. Er spielt Alfons, der an Parkinson leidet; Kurrle verkörpert Ruth, eine traurige und vereinsamte Frau.
Die beiden Figuren begegnen sich an einer Bushaltestelle. Zwischen Resignation und Hoffnung entsteht eine Freundschaft. Das Stück soll über Parkinson informieren, Betroffenen und Angehörigen Mut machen und für mehr Verständnis in der Gesellschaft werben. Fachlich begleitet wurde die Produktion von Jürgen Winkler, dem Leiter der Molekular-Neurologischen Abteilung und der Bewegungsambulanz des Uniklinikums Erlangen.