Ein Vorfall nach einem Kampf in der Judo-Bundesliga sorgt für Bestürzung: Der Leipziger Gastkämpfer Akaki Japaridze aus Georgien schlug unmittelbar nach dem Ende seines Duells auf Timo Cavelius vom TSV Abensberg ein. Der deutsche Olympiastarter wurde schwer verletzt.
Nach Angaben der Leipziger Volkszeitung verlor Cavelius zwei Zähne und erlitt einen Kieferbruch. Er wurde noch am selben Abend in einer Universitätsklinik operiert. Wie lange der 29-Jährige ausfallen wird, ist nicht bekannt. Nach den vorliegenden Angaben kann er vorerst keine Ranglistenpunkte sammeln.
Japaridze, der für den JC Leipzig antrat, soll dreimal mit der Faust zugeschlagen haben. Die Szene wurde in sozialen Netzwerken verbreitet. Dem Angriff ging eine provozierende Jubelgeste des fünf Jahre älteren Cavelius voraus.
Der Vorfall ereignete sich in der Leipziger Sporthalle Brüderstraße. Zu diesem Zeitpunkt stand der 8:6-Erfolg der Gastgeber gegen den TSV Abensberg bereits fest. Die beiden Kämpfer waren innerhalb einer Stunde zum zweiten Mal aufeinandergetroffen. Im ersten Duell im 90-Kilo-Limit hatte Cavelius gewonnen.
Der Abensberger Trainer Manuel Scheibel bezeichnete den Angriff als schrecklichen Einzelfall. Die Vereine würden sich gut verstehen, sagte er der Leipziger Volkszeitung. Nach seiner Einschätzung war es richtig, den Mannschaftskampf nicht abzubrechen und zu Ende zu führen.
Der JC Leipzig bat um Entschuldigung und veröffentlichte eine Stellungnahme auf Instagram. Darin erklärte der Verein, Gewalt habe im Sport keinen Platz. Judoka stünden für Respekt, Toleranz, Fairness und gegenseitige Achtung.
Auch Leipzigs Trainer Olaf Schmidt zeigte sich erschüttert. Gegenüber der Leipziger Volkszeitung sagte er, dass er trotz seiner 50-jährigen internationalen Erfahrung eine solche Szene in einem Wettkampf noch nie erlebt habe.
Japaridze verschwand nach dem Vorfall in seinem Hotel. Der Georgier gehört erst seit dieser Saison zum Bundesligateam des JC Leipzig und war bislang zweimal zum Einsatz gekommen. Nach dem Kampfwochenende sollte er in seine Heimat zurückreisen.
Für den Leipziger Verein könnte der Vorfall Konsequenzen haben. Dem Club droht möglicherweise eine Geldstrafe. Zudem könnte der Weltverband gegen Japaridze eine lebenslange Sperre verhängen. Eine Entscheidung dazu liegt in den vorliegenden Informationen nicht vor.