Die Spectrum-Rakete des bayerischen Raumfahrtunternehmens Isar Aerospace hat am Samstagabend erstmals erfolgreich den Orbit erreicht. Sie startete um 22.12 Uhr vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya.
Der Flug gilt als historischer Meilenstein für die europäische Raumfahrt. Nach Angaben des vorliegenden Berichts erreichte damit erstmals eine privat entwickelte Rakete aus Europa den Orbit. Zugleich gelang dies zum ersten Mal einer Rakete aus Kontinentaleuropa und einer deutschen Rakete.
Isar-Aerospace-Chef Daniel Metzler sprach nach dem Start in einem Interview über den Erfolg. „Das ist schwer in Worte zu fassen, ehrlich gesagt!“, sagte der 34-Jährige. Das Unternehmen habe acht Jahre an dem Projekt gearbeitet. Es sei unglaublich, wenn sich diese harte Arbeit schließlich auszahle.
Auf die Frage, wie das Team den Erfolg feiere, kündigte Metzler eine ausgiebige Feier an. Der Start habe ein historisches Ausmaß, weil es der erste Orbitflug einer privaten Rakete aus Europa und zugleich der erste einer deutschen Rakete sei.
Mit einem erfolgreichen Start beim zweiten Versuch habe das Unternehmen allerdings nicht sicher rechnen können. In einer Rakete gebe es rund 100.000 Bauteile, erklärte Metzler. Jedes davon könne Probleme verursachen. Das Team habe deshalb versucht, das System genau zu verstehen und weiterzuentwickeln.
Im Vergleich zu SpaceX sei Isar Aerospace der Schritt in den Orbit beim zweiten Startversuch gelungen, während SpaceX dafür vier Versuche benötigt habe. Metzler wertete das als Beleg für die Leistungsfähigkeit europäischer Ingenieure.
Der Unternehmenschef sieht Deutschland nach dem Erfolg nicht nur in der Raumfahrt gut aufgestellt. In Deutschland müsse man sich nun trauen, größere Vorhaben anzugehen, sagte er. Viele Menschen hätten ihm in den vergangenen knapp zehn Jahren erklärt, ein solches Projekt sei in Deutschland oder Europa nicht möglich. Das Unternehmen habe es dennoch umgesetzt.
Die Angaben zum Start und die Aussagen des Isar-Aerospace-Chefs stammen aus dem vorliegenden Bericht.