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September 5, 2026
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UN-Vollversammlung stimmt für realistischere Weltkarten

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat sich für die stärkere Nutzung von Weltkarten mit realistischeren Größenverhältnissen ausgesprochen. Eine entsprechende Resolution, die von Togo und der Afrikanischen Union eingebracht wurde, erhielt die Unterstützung von 164 Mitgliedstaaten. Die USA stimmten dagegen, sechs Länder enthielten sich.

Die Entschließung ist nicht bindend. Sie soll Staaten und internationale Organisationen jedoch dazu bewegen, Darstellungen wie die Equal-Earth-Projektion häufiger zu verwenden, wenn es nicht auf eine möglichst genaue Wiedergabe von Winkeln und Richtungen ankommt.

Hinter der Initiative steht die Kritik der Afrikanischen Union, dass Afrika auf vielen verbreiteten Weltkarten zu klein dargestellt werde. Besonders die Mercator-Projektion verzerrt die Größenverhältnisse von Regionen, die weit vom Äquator entfernt liegen. Auf solchen Karten erscheint Grönland ungefähr so groß wie der gesamte afrikanische Kontinent. Tatsächlich ist Afrika 14-mal größer.

Die Debatte hat eine kartografische und eine politische Dimension. Eine Kugeloberfläche lässt sich nicht ohne Verzerrungen auf einer ebenen Karte darstellen. Kartografen müssen deshalb entscheiden, ob sie etwa Konturen und Kompassrichtungen oder die Flächen möglichst genau abbilden.

Die Equal-Earth-Projektion stellt die Größenverhältnisse maßstabsgetreuer dar. Dadurch erscheint Afrika größer als auf Mercator-Karten, während die USA im Verhältnis kleiner dargestellt werden. Dafür können Formen und Winkel teilweise stärker von der Wirklichkeit abweichen.

Der togolesische Außenminister Robert Dussey sagte während der Debatte, Karten seien niemals neutral. Sie könnten ein verzerrtes Bild des Planeten vermitteln und falsche Vorstellungen über Generationen hinweg festigen. Nach der Annahme der Resolution erklärte Dussey zudem, es gehe um „Gerechtigkeit, Würde, Gleichberechtigung und darum, wie wir unsere Welt darstellen“.

Die USA bezeichneten das Vorhaben hingegen als „ideologisches“ Projekt, das von tatsächlichen internationalen Problemen ablenke.

Welche Projektion sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Zweck ab. Für die Navigation können Mercator-Karten weiterhin Vorteile haben, weil sie Konturen und Kompassrichtungen entsprechend abbilden. Um die Gestalt der Erde als Ganzes zu vermitteln, gilt ein Globus weiterhin als besonders geeignete Darstellung.

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