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September 5, 2026
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Von Singapur nach Deutschland: Paar reist 13.000 Kilometer mit 33 Zügen

Lea und Luki aus Süddeutschland sind in rund drei Monaten mit 33 Zügen von Singapur nach Deutschland gereist. Dabei legten die 27-Jährige und der 29-Jährige etwa 13.000 Kilometer zurück und durchquerten 13 Länder.

Ihre ungewöhnliche Heimreise begann Mitte Juni 2026 in Singapur. Auf dem Reiseplan standen unter anderem Malaysia, Thailand, Laos, China, Kasachstan, Georgien, die Türkei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich. Weil es zwischen Neuseeland und Deutschland keinen Landweg gibt, waren die beiden zunächst von Neuseeland nach Singapur geflogen.

Der Zugreise war ein längerer Aufenthalt in Neuseeland vorausgegangen. Ende 2025 hatten Lea, eine Erzieherin, und Luki, ein Sozialarbeiter, ihre Wohnungen und Jobs aufgegeben. Anschließend wanderten sie rund 2000 Kilometer durch das Land. Nach dem letzten Wandertag entschieden sie sich, auch den Heimweg möglichst außergewöhnlich zu gestalten.

Die längste Zugfahrt führte über 2700 Kilometer durch Kasachstan und dauerte 53 Stunden. Die kürzeste Fahrt war dagegen nach Angaben des Paares nur fünf Minuten lang. Insgesamt hätten sie die Strecke theoretisch mit zwölf bis 15 Zügen bewältigen können. Sie planten jedoch bewusst zahlreiche Zwischenstopps ein.

China stellte Lea und Luki vor die größten organisatorischen Herausforderungen. Rund einen Monat waren sie dort unterwegs und fuhren etwa 5000 Kilometer mit der Bahn. Viele aus anderen Ländern vertraute Apps zum Planen, Buchen und Navigieren funktionierten dort nicht wie gewohnt. Hinzu kamen Sprachprobleme und Schwierigkeiten bei der Bezahlung, da westliche Kreditkarten nur eingeschränkt akzeptiert wurden.

Für bestimmte Buchungen und Zahlungen war außerdem eine zusätzliche Registrierung nötig. Dafür benötigten die Reisenden eine chinesische Telefonnummer, die sie nicht hatten. Dennoch legten sie während ihres Aufenthalts zahlreiche Strecken mit dem Zug zurück.

Besonders in Erinnerung blieb den beiden die Fahrt durch Kasachstan. Sie saßen in einem Schlafwagen aus der DDR, der in den 1970er-Jahren vom VEB Waggonbau Ammendorf bei Halle gebaut worden war. Der Wagen verfügte über keinen Speisewagen, sondern lediglich über einen Wasserspender. Deshalb hatten sich Lea und Luki mit Instantnudeln und löslichem Kaffee versorgt. Bei längeren Aufenthalten an Bahnhöfen kauften sie Lebensmittel bei Händlern.

Auch die Schlafplätze waren gewöhnungsbedürftig. In ihrer Viererkabine belegten die beiden die oberen Betten. Diese wurden tagsüber nicht zu Sitzen umgebaut, sodass sie einen großen Teil der Fahrt auf den Pritschen verbrachten. Die Toiletten in dem rund 45 Jahre alten Zug wurden über eine Klappe gespült, durch die das Abwasser auf die Gleise gelangte. Während der Aufenthalte im Bahnhof blieben die Toiletten deshalb geschlossen.

Am Kaspischen Meer mussten die Reisenden ihre ursprüngliche Route ändern. Wegen der angespannten Sicherheitslage in der Region konnten sie nicht auf dem Landweg weiterreisen und flogen stattdessen nach Georgien.

Überraschend zuverlässig waren aus Sicht des Paares die Züge. Fast alle Verbindungen seien pünktlich gewesen, berichten Lea und Luki. Ein Zug in Georgien sei sogar 45 Minuten vor der planmäßigen Ankunft am Ziel gewesen. Der Nachtzug in der Türkei hatte als erster nennenswert Verspätung und kam drei Stunden später an.

Für die Reise bezahlten die beiden nach eigenen Angaben etwa 3300 Euro pro Person. Günstiger als ein Flug sei die ungewöhnliche Heimreise damit nicht gewesen. Als Gegenleistung hätten sie zahlreiche Länder bereist und viele Eindrücke gesammelt.

Besonders prägend waren für Lea und Luki nach eigener Darstellung Begegnungen mit Menschen und die Landschaften entlang der Strecke. Sie berichten von Gesprächen und Gesten in China und Kasachstan sowie von schneebedeckten Bergen, deren Gipfel teilweise mehr als 5000 Meter hoch sind.

Ihr Fazit fällt trotz der spartanischen Bedingungen positiv aus: „Eine solche Zugreise ist nicht luxuriös. Aber dafür bekommt man ein echtes Abenteuer und viele Erlebnisse, die man so garantiert nicht vergisst“, sagen die beiden.

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