Heute: September 8, 2026

Wolfsburg gegen Cottbus: Wollitz setzt auf Außenseiterchance im Duell der Gegensätze

Wenn der VfL Wolfsburg am Samstag um 13 Uhr Energie Cottbus empfängt, treffen im Zweitliga-Duell finanziell höchst unterschiedlich ausgestattete Mannschaften aufeinander. Der Marktwert des Wolfsburger Teams wird mit 117 Millionen Euro angegeben, der von Cottbus mit 11 Millionen Euro. Auch beim Etat liegen Welten zwischen den Klubs: Wolfsburg verfügt über einen Zweitliga-Rekordetat von 55 Millionen Euro, Cottbus gilt dagegen als Schlusslicht.

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz sieht gerade darin den besonderen Reiz der Partie. „Das ist ein Zweitliga-Spiel, bei dem Arm gegen Reich spielt“, sagte Wollitz. Es gehe darum, in solchen Momenten zu beweisen, erfolgreich sein zu können. Zugleich verwies er darauf, dass auch Wolfsburg mit seinen Möglichkeiten abgestiegen sei.

Die Unterschiede zeigten sich aus Sicht des Cottbuser Trainers zuletzt auch auf dem Transfermarkt. Energie blieb am sogenannten Deadline-Day ohne Neuzugang. „Wir sind nicht die erste Wahl“, erklärte Wollitz. Er versuche dennoch, der Region viel Selbstvertrauen zu geben und überzeugend aufzutreten. Manchmal reiche das nicht aus, dann müsse der Zusammenhalt tragen.

Unterstützung erhält die Mannschaft von den Rängen. Rund 3000 Gästefans reisen nach Wolfsburg. Eine derart große Zahl an Auswärtsanhängern sei beim VfL selten zu sehen.

Wollitz nimmt seine Mannschaft trotz der klaren Ausgangslage nicht aus der Verantwortung. Es werde keine Sensation sein, wenn Wolfsburg aufsteige. Allerdings werde der Favorit nicht alle verbleibenden Spiele gewinnen. Cottbus wolle die Mannschaft sein, gegen die Wolfsburg nicht erfolgreich ist.

Als Beispiel für eine mögliche Überraschung erinnert Wollitz an das DFB-Pokal-Achtelfinale 2010. Damals gewann Energie Cottbus als Zweitligist mit 3:1 bei einem Bundesliga-Spitzenteam. Die finanziellen Verhältnisse seien bereits damals ähnlich gewesen.

Wollitz berichtete, er habe seine Spieler zur Pause mit dem Zwischenstand von 3:0 vor den Stars gewarnt. Eine ähnliche Ansprache könne er sich auch diesmal vorstellen. Er wolle zudem offensiver spielen und die Verantwortung auf sich nehmen, damit seine Spieler in Ruhe arbeiten könnten.

Gleichzeitig hält der Trainer eine neue Überraschung heute für schwieriger. Der Fußball sei „noch gläserner“, weshalb Wolfsburg die Taktik des Gegners besser erahnen könne. Tolcay Cigerci dürfte nach seinem Einsatz gegen Fürth, bei dem er zum 2:2 traf, wieder in der Startelf stehen. Sportliche Gründe für eine andere Entscheidung gebe es laut Wollitz nicht.

Auch nach den ausgebliebenen Transfers will der Trainer seine Spieler weiter unterstützen und ihnen noch stärker vertrauen. Sie sollen zeigen können, dass sie zu Recht in der 2. Liga spielen.

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