Mathematikstudierende an der Universität Patras in Griechenland dürfen bei Prüfungen künftig nur dann eine Brille tragen, wenn sie dafür eine ärztliche Bescheinigung vorlegen. Die Vorgabe stammt von einem Professor der Hochschule und soll verhindern, dass sogenannte KI-Brillen zum Schummeln eingesetzt werden.
Nach einem Bericht der Patras-Onlineplattform „The Best“ wolle der Professor verhindern, dass die Prüfungen zu einem „Festival der künstlichen Intelligenz“ werden. Hintergrund ist die Sorge, dass Studierende mit technischen Brillen unerlaubt auf digitale Hilfsmittel zugreifen könnten.
Auch bei den erlaubten Prüfungsutensilien gelten dem Bericht zufolge strenge Vorgaben. Die Studierenden sollen lediglich mit einem Bleistift zur Prüfung erscheinen. Griechische Medien vermuteten, dass damit verhindert werden soll, dass sich in Etuis oder anderen Gegenständen zusätzliche Technologie verbirgt.
Die Regelung sorgt damit nicht nur wegen möglicher KI-Brillen für Aufmerksamkeit. Sie betrifft auch Studierende, die eine gewöhnliche Sehhilfe benötigen. Für sie ist nach der Vorgabe ein ärztliches Attest erforderlich.
Rektor Christos Bouras rief die Studierenden ebenfalls dazu auf, sich auf das Lernen zu konzentrieren. Im Gespräch mit der Zeitung „Peloponnisos“ sagte er, geschummelt worden sei schon immer. Künstliche Intelligenz könne heute jedoch dabei helfen, verdächtige Prüfungsarbeiten zu erkennen.
Manche Studierende verschwendeten ihre Zeit mit dem Versuch zu schummeln, statt ihre Energie in das Lernen zu investieren, erklärte Bouras. „Das wird ihnen später im Berufsleben auf die Füße fallen“, warnte der Rektor.