Bodo Ramelow will künftig mehr Zeit mit seiner Frau in Meran verbringen. Der ehemalige Thüringer Ministerpräsident verkauft deshalb sein Feriendomizil an der Bleilochtalsperre in Ostthüringen und zieht sich für private Aufenthalte teilweise nach Italien zurück.
„Ich verlege einen Teil meines Lebens mit meiner besseren Hälfte nach Italien“, sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Statt des Ferienhauses am See soll künftig eine Mietwohnung mitten in Meran als gemeinsamer Rückzugsort dienen.
Zu dem bisherigen Besitz gehört ein etwa 2000 Quadratmeter großes Waldgrundstück mit Ferienhaus. Nach den vorliegenden Informationen ist die Bewirtschaftung des Anwesens mit erheblichem Aufwand verbunden. Das ist ein Grund für den Verkauf des Feriendomizils in der Nähe von Saalburg.
Auch die familiäre Verbindung zu Italien spielt bei der Entscheidung eine Rolle. Ramelows Frau Germana Alberti vom Hofe ist gebürtige Italienerin. In Meran haben beide bereits in den vergangenen Jahren häufig Urlaub gemacht. Sie wolle wieder mehr ihre Muttersprache sprechen.
Seinen Lebensmittelpunkt in Thüringen gibt Ramelow nach eigenen Angaben jedoch nicht auf. „Ich bin Erfurter, ich bleibe Erfurter“, betonte er. Sein Hauptwohnsitz in Erfurt solle auch nach seiner Zeit im Bundestag bestehen bleiben.
Ramelow gehört seit der Bundestagswahl 2025 zu den Vizepräsidenten des Bundestags. Eine weitere politische Karriere strebt er nach der laufenden Wahlperiode nach eigenen Angaben nicht an. „70 ist nicht einfach nur eine Zahl“, sagte er. Danach wolle er sich nicht erneut um ein politisches Mandat bewerben.
Derzeit ist Ramelow zudem als Schlichter in einem Tarifstreit zwischen der Lufthansa und der Vereinigung Cockpit nominiert. Die Pilotengewerkschaft begründete die Auswahl mit seiner Erfahrung als Schlichter, seiner politischen Erfahrung und seiner Fähigkeit, zwischen unterschiedlichen Interessen zu vermitteln. Auf ein Honorar wolle Ramelow verzichten. Das Geld solle unter anderem an die Erfurter Bildungsinitiative „Das fliegende Klassenzimmer“ gehen.