Ulf Kirsten hat den Vorstoß von DFB-Präsident Bernd Neuendorf zur Reform der Regionalliga begrüßt. Neuendorf will die Neuordnung noch in diesem Jahr auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag beschließen lassen.
Im Mittelpunkt steht das sogenannte Kompassmodell. Es sieht vor, die bislang fünf Regionalligen auf vier Staffeln zu reduzieren. Die Einteilung soll jedes Jahr anhand der kürzesten Fahrtstrecken neu vorgenommen werden. Derbys sollen dabei erhalten bleiben.
„Das ist ein starkes Signal von Bernd Neuendorf“, sagte Kirsten. In einem lang andauernden Streit brauche es Führungspersönlichkeiten, die Verantwortung übernähmen und auf die Basis hörten. Der DFB-Präsident setze sich mit dem Modell für den sinnvollsten Lösungsvorschlag ein.
Nach Einschätzung des früheren Torjägers könnte der DFB-Bundestag dem Vorschlag zustimmen. Kirsten bezeichnete eine klare Entscheidung als Voraussetzung dafür, das Vertrauen in die Verbände und ihre Funktionsfähigkeit zu stärken. Deshalb solle das Gremium eindeutig für die Reform votieren.
Die im Artikel dargestellten Mehrheitsverhältnisse deuten auf eine mögliche Zweidrittelmehrheit hin. Die Bundesliga sowie Landes- und Regionalverbände im Nordosten werden demnach voraussichtlich geschlossen für das Kompassmodell stimmen. Auch die Vereine im Norden und Westen hatten sich in einer Klub-Abstimmung mehrheitlich für den Kompromiss ausgesprochen. Zusammen könnten diese Stimmen theoretisch rund 69,6 Prozent erreichen.
Kirsten erwartet von der Reform eine klarere Struktur im deutschen Fußball. Vorgesehen wären vier Regionalliga-Meister und vier Aufsteiger in die 3. Liga. Zugleich sollen gleiche Absteigerzahlen gelten. Auch für die Talentförderung hält der 60-Jährige die Neuordnung für wichtig, da die Qualität in der vierten Spielklasse gebündelt werden könne.
„Das wird ein großer Tag für den deutschen Fußball“, wird Kirsten in dem Beitrag zitiert. Das frühe Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft verlange konsequentes Handeln. Mit einer zusätzlich eingeführten U21-Liga und einem stärkeren Profi-Unterbau der Regionalliga seien mittelfristig positive Effekte für den DFB-Nachwuchs möglich.
Für die Reform hatte sich seit Februar 2025 das Bündnis „Aufstiegsreform“ mit knapp 80 Vereinen eingesetzt. Voraussichtlich im Dezember 2026 soll der DFB-Bundestag den Prozess abschließen. Kirsten erklärte außerdem, die Reform könne vielen Vereinen mehr Planungssicherheit und bessere Entwicklungschancen bieten.