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September 4, 2026
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VW beschließt Sparprogramm mit Stellenabbau und unsicherer Zukunft für vier Werke

Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat nach wochenlangen Verhandlungen einstimmig ein umfangreiches Sanierungsprogramm beschlossen. Der Konzern plant den Abbau von rund 50.000 Arbeitsplätzen, will die europäischen Werkskapazitäten deutlich reduzieren und die Modellpalette bis 2035 etwa halbieren.

Nach Angaben des Unternehmens sollen die Kapazitäten in Europa jährlich um 500.000 Fahrzeuge sinken. Bis spätestens Juni 2027 soll ein Konzept für eine wettbewerbsfähige Produktionsstruktur vorliegen.

Offen bleibt die Zukunft der VW-Werke in Neckarsulm, Zwickau, Emden und Hannover. Der Aufsichtsrat nahm zur Kenntnis, dass für diese Standorte zwischen 2031 und 2034 keine Folgebelegung garantiert werden könne. Damit ist unklar, welche Aufgaben die Werke künftig übernehmen werden. Parallel sollen alternative Nutzungsmöglichkeiten geprüft werden.

Der SPD-Wirtschaftspolitiker Zorn geht dennoch davon aus, dass alle vier Standorte erhalten bleiben. Werksschließungen seien vollständig vom Tisch, sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion im Deutschlandfunk. Nun müsse der Vorstand eine ausreichende Auslastung für alle Werke sicherstellen.

Niedersachsens Ministerpräsident Lies bewertete die Einigung als „zukunftsfähiges Konzept“. Für alle Standorte sollten langfristige Perspektiven entwickelt werden, unter anderem durch neue Fahrzeuge, sofern dies wirtschaftlich sinnvoll sei, sowie durch andere Formen industrieller Wertschöpfung. Das Land Niedersachsen hält knapp zwölf Prozent der VW-Anteile.

Weniger zuversichtlich äußerte sich Hannovers Oberbürgermeister Onay. Er sprach von einem Rückschlag und kritisierte, dass die Unsicherheit für den Standort fortbestehe. Besonders die Nutzfahrzeugsparte in Hannover sei leistungsfähig und stehe nicht in Konkurrenz zu China. Die angekündigte Folgenutzung hänge zudem vom Vorstand ab.

Auch in Sachsen wird um die Zukunft des Werks in Zwickau gerungen. Wirtschaftsminister Panter kündigte an, sich für den Erhalt des Standorts und die Sicherung der Arbeitsplätze einzusetzen. Die Landesregierung wolle darauf drängen, dass in Zwickau Modelle produziert werden, die bislang nicht in Deutschland gefertigt werden und derzeit in China hergestellt werden.

Volkswagen plant von 2027 bis 2031 Investitionen von 135 Milliarden Euro. Das ist weniger als ursprünglich vorgesehen. Auch bei Sachanlagen sowie bei Forschung und Entwicklung soll gekürzt werden. Gleichzeitig will der Konzern seine Rendite bis 2030 auf neun Prozent steigern. Im ersten Halbjahr 2026 lag sie bei 3,8 Prozent. Das Ziel entspräche einem operativen Ergebnis von rund 31 Milliarden Euro. Über einzelne Investitionen muss der Aufsichtsrat noch entscheiden.

Zusätzlich will Volkswagen sein Beteiligungsportfolio verkleinern und sich von weiteren Unternehmensanteilen trennen. Zuletzt hatte der Konzern gut die Hälfte am Schiffsmotorenhersteller Everllence an die US-Beteiligungsgesellschaft Bain verkauft.

Auch die Produktstrategie wird verändert. Bis 2035 soll die Zahl der Modelle halbiert werden. Betroffen sind unter anderem Fahrzeuge mit geringen Verkaufszahlen. Außerdem sollen Verbrennermodelle reduziert werden, die in der Europäischen Union ab 2035 voraussichtlich kaum noch verkauft werden. Durch eine geringere Komplexität und die Verwendung gleicher Bauteile in mehreren Modellreihen will VW Kosten senken.

Bei der Konzernstruktur soll der Vorstand ein Modell für eine weiterentwickelte Entscheidungs- und Organisationsstruktur ausarbeiten. Ziel sind klarere Zuständigkeiten sowie eine schnellere und effizientere Steuerung. IG Metall und Konzernbetriebsrat erklärten, eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen und der Komponentensparte sei damit vom Tisch.

Wachstum erwartet der Konzern vor allem in Nordamerika. Dort soll der bisherige Vertriebschef Marco Schubert neue Impulse setzen. Geplant sind unter anderem ein Pick-up und ein SUV, die im US-Werk Chattanooga gebaut werden sollen. In China will Volkswagen sein Geschäft an die veränderten Markterwartungen anpassen. Fahrzeuge aus chinesischer Produktion sollen künftig in Länder des globalen Südens exportiert werden.

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer bezeichnete den Plan als „Light“-Version. Werksschließungen seien weder beschlossen noch ausgesetzt. Der Kompromiss bringe zwar eine gewisse Entspannung, schaffe aber noch keinen dauerhaften Frieden. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management warnte, Einsparungen allein würden Volkswagen nicht retten. Der Konzern müsse stärker in neue Wachstumsfelder wie autonomes Fahren und Robotik investieren.

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