Heute: September 8, 2026

Einbürgerung könnte deutlich teurer werden: Länder fordern mindestens 500 Euro

Die Einbürgerung eines Erwachsenen kostet in Deutschland derzeit 255 Euro. Nach dem Willen der Bundesländer soll sich die Gebühr mindestens verdoppeln. Das Bundesinnenministerium prüft nach eigenen Angaben eine Erhöhung.

Der aktuelle Betrag gilt seit 24 Jahren. Im Jahr 2002 wurden die damals verlangten 500 Mark in 255 Euro umgerechnet. Seitdem wurde die Gebühr nicht angehoben.

Die Innenminister der Länder hatten Ende 2025 festgestellt, dass die bisherige Gebühr wegen deutlich gestiegener Personal- und Sachkosten nicht mehr angemessen sei. Sie fordern deshalb mindestens 500 Euro für ein Einbürgerungsverfahren.

Auch Baden-Württemberg hatte 2025 erklärt, die 255 Euro deckten den Aufwand eines Verfahrens „bei Weitem nicht mehr“. Der Bund kalkulierte 2023 allein für einen zusätzlichen Antrag auf kommunaler Ebene mit rund 261 Euro an Personalkosten.

Der Druck auf eine Neuregelung steigt auch wegen der hohen Zahl an Einbürgerungen. Im Jahr 2025 wurden bundesweit 467.400 Anträge gestellt. 332.500 Menschen erhielten die deutsche Staatsangehörigkeit. Beide Werte wurden in dem Bericht als Rekorde bezeichnet.

Unterstützung für eine höhere Gebühr kommt aus der Union. Der CDU-Innenpolitiker Alexander Throm bezeichnete eine Erhöhung als überfällig, weil die bisherige Summe die tatsächlichen Kosten schon lange nicht mehr widerspiegele. Die realen Kosten könnten inzwischen mehr als doppelt so hoch sein, erklärte er. Als Vergleich verwies Throm auf Belgien und die Niederlande, wo Gebühren von mehr als 1000 Euro verlangt würden.

Deutlich teurer ist die Einbürgerung in Großbritannien. Dort kostet sie für Erwachsene derzeit 1839 Pfund einschließlich der Zeremonie. Das entspricht laut dem Bericht rund 2143 Euro. Viele Zuwanderer müssen zuvor außerdem eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erwerben. Dafür werden weitere 3226 Pfund beziehungsweise rund 3759 Euro fällig. Insgesamt können damit gut 5900 Euro zusammenkommen.

Trotz der höheren Kosten erhielten in Großbritannien in den zwölf Monaten bis Ende Juni 2026 insgesamt 245.520 Menschen die britische Staatsbürgerschaft.

Der Bericht stellt auch eine Beispielrechnung für Deutschland auf: Würden für die 467.400 Anträge jeweils rund 2143 Euro wie für die britische Einbürgerung fällig, ergäbe sich rechnerisch ein Gebührenvolumen von gut einer Milliarde Euro. Bei der derzeitigen Gebühr von 255 Euro wären es maximal rund 119 Millionen Euro. Die Differenz läge bei etwa 883 Millionen Euro.

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