An der Karolina-Burger-Schule in Ludwigshafen will das Bildungsministerium Rheinland-Pfalz mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket auf Berichte über Drohungen, Messergewalt und mutmaßliche Schutzgelderpressungen reagieren. Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig kündigte im Bildungsausschuss des Landtags unter anderem zusätzliches sozialpädagogisches und psychologisches Personal an.
Geplant sind mehr Sozialpädagogen, drei Psychologen, zusätzliche Präventionsangebote und eine stärkere Deutschförderung. Außerdem sollen kleinere Abschlussklassen und eine doppelte Besetzung mit Lehrkräften geprüft werden. Die Schulaufsicht soll zunächst täglich an der Schule präsent sein.
Die Ministerin sprach laut dem vorliegenden Bericht von „wenigen Schülern, die über die Stränge schlagen“. Für diese Schüler seien Maßnahmen der Jugendhilfe oder Sanktionen vorgesehen. Als letzte Konsequenz sei auch ein Schulausschluss möglich.
In einem Brandbrief hatten Lehrkräfte der Haupt- und Realschule bereits 2025 öffentlich auf Morddrohungen, Gewalt gegen Schüler und Lehrer sowie ihre eigene Angst und Machtlosigkeit hingewiesen. Inzwischen war zudem bekannt geworden, dass ältere Schüler jüngere Schüler mutmaßlich um Schutzgeld erpresst haben sollen. Im August kam es nach Angaben des Berichts außerdem zweimal zu einem falschen Feueralarm, der von Problemschülern ausgelöst worden sein soll.
Neben den Maßnahmen gegen Gewalt geht es auch um Konflikte innerhalb des Kollegiums. Der Schulfrieden sei durch „Zerwürfnisse innerhalb des Kollegiums massiv beschädigt worden“, erklärte Eiling-Hütig. Der umstrittene Schulleiter Oliver Kästel soll Mitte September an eine andere Schule abgeordnet werden. Zwei weitere Lehrer sollen versetzt werden.
Darüber hinaus hat die Schulbehörde beim Verwaltungsgericht Mainz die Auflösung des Personalrats beantragt. Nach Darstellung der Ministerin habe dieser gesetzliche Pflichten zur vertrauensvollen Zusammenarbeit verletzt, indem er unter anderem Missstände öffentlich gemacht habe.
Eine Schließung der Schule schließt das Bildungsministerium aus. Eiling-Hütig erklärte: „Eine Schließung ist keine Option. Wir geben niemanden auf und wir geben auch keine Schule auf.“ Nach Angaben des Berichts haben rund 90 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund.
Lehrkräfte hatten in ihrem Brandbrief Eingangskontrollen mit Metalldetektoren, Sicherheitspersonal auf den Fluren und im Pausenhof sowie eine dauerhafte Polizeipräsenz gefordert. Einen Sicherheitsdienst soll es nach den Plänen der Ministerin jedoch nicht geben. Metalldetektoren seien im Bildungsausschuss ebenfalls kein Thema gewesen. Die angekündigten Maßnahmen sollen so lange fortgeführt werden, wie sie notwendig sind.