Die US-Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Sie starb am Mittwoch, dem 3. September, in ihrem Zuhause in New York. Nach Angaben ihrer Stiftung schlief sie „friedlich“ im Kreis ihr nahestehender Menschen ein. Eine Todesursache wurde zunächst nicht genannt.
Steinem gehörte über Jahrzehnte zu den bekanntesten Vertreterinnen der amerikanischen Frauenbewegung. Sie setzte sich für die Gleichberechtigung, politische Teilhabe und das Recht auf Abtreibung ein und prägte damit den Feminismus in den USA.
Bekannt wurde sie zunächst als Journalistin. Im Jahr 1963 arbeitete Steinem undercover als „Playboy Bunny“ in einem New Yorker Playboy-Club. Anschließend berichtete sie über die Arbeitsbedingungen hinter den Kulissen. Die Recherche sorgte landesweit für Aufmerksamkeit.
Später entwickelte sich Steinem zu einer wichtigen Stimme der Frauenrechtsbewegung. Sie war eine der treibenden Kräfte bei der Gründung des feministischen Magazins „Ms.“. Die Zeitschrift machte Frauen und ihre gesellschaftliche Stellung zu zentralen Themen.
Steinem beschränkte sich jedoch nicht auf ihre journalistische Arbeit. Sie trat bei Kundgebungen auf und gründete gemeinsam mit anderen Aktivistinnen Organisationen, die sich für Frauenrechte einsetzten. Auch im hohen Alter blieb sie politisch aktiv und beschäftigte sich mit gesellschaftlichen Fragen.
Zuletzt arbeitete Steinem an ihren Memoiren. Ihr Buch „An Unexpected Life“ soll erst nach ihrem Tod erscheinen. Für ihr Lebenswerk wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 2013 erhielt sie von US-Präsident Barack Obama die „Presidential Medal of Freedom“, eine der höchsten zivilen Auszeichnungen der Vereinigten Staaten.
Nach ihrem Tod würdigten mehrere Prominente Steinems Leben und Vermächtnis in sozialen Medien. Herzogin Meghan Markle veröffentlichte mehrere gemeinsame Fotos und bezeichnete Steinem als Freundin und Mentorin. Auch Oprah Winfrey und Oscar-Preisträgerin Sandra Bullock erinnerten an ihren Einfluss und ihren Einsatz für Frauen.