Der Tod der dreijährigen Bella in Preetz wirft weiterhin Fragen zum genauen Ablauf auf. Das Mädchen wurde am Morgen nach einer umfangreichen Suchaktion leblos in einem Pool auf dem Grundstück seiner Familie gefunden. Unklar ist insbesondere, wann Bella ins Wasser gelangte.
Bella war am 5. August gegen 12.30 Uhr verschwunden. Nach den vorliegenden Angaben war das Mädchen autistisch sowie seh- und höreingeschränkt. Daraufhin begann eine große Suchaktion. Gegen 14 Uhr kontrollierten Polizisten die Wohnung und das Grundstück der Familie. Der etwa vier Meter breite und 80 bis 90 Zentimeter tiefe Pool wurde zunächst lediglich einer Sichtprüfung unterzogen.
In der Nacht wurde die Suche auf dem Grundstück fortgesetzt. Einsatzkräfte untersuchten das Becken zunächst mit einem Kescher. Gegen 1 Uhr stieg ein Feuerwehrmann in den Pool und suchte ihn systematisch ab. Zusätzlich wurde der Garten mit einer Wärmebildkamera kontrolliert. Bella wurde dabei nicht gefunden.
Die Suche endete gegen 2.50 Uhr. Am nächsten Morgen entdeckten Polizisten das Mädchen gegen 9.30 Uhr im selben Pool. Zwischen der intensiven nächtlichen Kontrolle des Beckens und dem Fund lagen damit mehr als acht Stunden.
Eine leitende Polizistin bestätigte im Innen- und Rechtsausschuss des Landtags, dass der Pool gründlich abgesucht worden sei. Deshalb steht die Frage im Raum, ob Bella während der nächtlichen Suche bereits im Wasser lag oder erst später in den Pool gelangte.
Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Michael Bimler ergab die Obduktion, dass Ertrinken die Todesursache war. „Es gab keinerlei Anhaltspunkte für eine Gewalttat“, sagte Bimler dem vorliegenden Bericht zufolge.
Als eine Möglichkeit gilt, dass sich Bella während der Suche noch an einem anderen Ort versteckte und erst später in den Pool geriet. Ebenso wird die Frage aufgeworfen, ob eine andere Person das Mädchen nach der Durchsuchung dort hineingelegt haben könnte. Ob die Polizei auch in diese Richtung ermittelt, ist nach den vorliegenden Informationen bislang nicht abschließend geklärt.
Der genaue Ablauf zwischen dem Ende der nächtlichen Suche und dem Fund am folgenden Morgen bleibt damit offen.