Das Beethovenfest Bonn kehrt 2026 in die Beethovenhalle zurück. Nach neun Jahren, in denen der denkmalgeschützte Konzertsaal dem Festival nicht zur Verfügung stand, bildet die Halle wieder den zentralen Ort für große Orchester und Konzerte. Das Festival steht in diesem Jahr unter dem Motto „Nach Hause/Daheim“ und verbindet klassische Musik mit Klängen aus verschiedenen Kulturen sowie digitalen Klangwelten.
Eröffnet wird das Beethovenfest am 4. September. Vierzehn Trompeter sollen dabei, verteilt im Konzertsaal und begleitet von Orgelklängen, für ein besonderes Klangerlebnis sorgen. Zur Eröffnung erklingt außerdem „A Call to the Heavens“, ein eigens für das Festival komponiertes Werk von Stefan Behrisch. Das London Symphony Orchestra spielt unter der Leitung von Chefdirigent Sir Antonio Pappano Beethovens „Die Weihe des Hauses“ sowie Bruckners Neunte Sinfonie.
Mit der Rückkehr in die Beethovenhalle verfügt das Festival nach Angaben seines Sprechers Philipp Seliger wieder über einen großen Konzertsaal mit der ursprünglichen Akustik. Dadurch könnten erneut große Orchester eingeladen werden. Auch der ungarische Pianist András Schiff tritt in diesem Jahr beim Beethovenfest auf.
Das Thema Heimat beschränkt sich nicht auf die Konzerte in der Beethovenhalle. Im sogenannten „Festival-Salon“ können Communities und Bands aus der Region eigene Programme gestalten. Das kostenlose Projekt „Meet your Band“ richtet sich an alle, die mitmachen möchten, auch wenn sie bislang keinen Zugang zu klassischen Konzerthäusern hatten.
Darüber hinaus geht das Festival in Bonner Stadtteile. Dort ist unter anderem der von Juri de Marco gegründete „Community-Chor“ beteiligt. Seit mehr als einem Jahr bringt de Marco Menschen zum gemeinsamen Singen und Improvisieren zusammen, unabhängig davon, ob sie Noten lesen können.
Festival-Intendant Steven Walter beschreibt Heimat als ein Gefühl sozialer Verbundenheit. Sie sei dort, „wo man sich auf ein echtes soziales Netzwerk verlassen kann, wo Menschen merken, wenn man fehlt“, sagt Walter.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die neue Beethoven-Reihe „Beethoven 27“. Pianist Kit Armstrong und Dirigent Jan Caeyers wollen mit dem Orchester „Le Concert Olympique“ in neun Konzerten Beethovens neun Sinfonien sowie Sonaten und Klavierkonzerte neu interpretieren. Die ersten drei Konzerte sind bereits für das diesjährige Festival vorgesehen.
Auch Musik aus anderen Regionen prägt das Programm. Der Kora-Spieler Momi Maiga aus dem Senegal und der palästinensisch-syrische Pianist Aeham Ahmad bringen Klänge aus ihren Herkunftsregionen nach Bonn. Die georgische Geigerin Lisa Batiashvili ist Residenzkünstlerin und spielt mit den Dresdner Philharmonikern unter dem Titel „City Lights“ auch Werke aus Georgien.
Georgien bildet zudem den Schwerpunkt des Jugend- und Austauschprojekts „Campus“. Junge Musikerinnen und Musiker aus Deutschland und Georgien entwickeln gemeinsam ein Programm. Dazu gehört das Werk „Chmebi: Georgian Fantasia“ des 17-jährigen georgischen Komponisten und Pianisten Tsotne Zedginidze.
Das Beethovenfest setzt außerdem auf Verbindungen zwischen klassischer Musik, Improvisation und digitalen Medien. Momi Maiga tritt mit dem Streichorchester Ensemble Resonanz auf. Die US-amerikanische Komponistin und Performerin Brittany J. Green verbindet in ihrem Werk „gLitchED dreams//invisible BEINGS“ Klang, Video, Bewegung, Text und künstliche Intelligenz. Das Beethovenfest findet vom 3. September bis zum 3. Oktober 2026 statt.