George Clooney hat bei den Filmfestspielen in Venedig offen über das Älterwerden gesprochen. Der 65-jährige Schauspieler und Regisseur sagte, ihn stimme vieles daran wehmütig – sogar der Blick auf seine Zähne. „Oh, meine Zähne waren früher so viel schöner“, erklärte Clooney bei einer Veranstaltung.
Gleichzeitig betonte der Hollywoodstar, wie glücklich er sich trotz seiner melancholischen Gedanken fühle. Er habe „eine unglaubliche Frau, die ich sehr liebe und die mich liebt“, sowie tolle Kinder. Clooney ist mit der Menschenrechtsanwältin Amal Clooney verheiratet. Das Paar hat neunjährige Zwillinge und heiratete 2014 in Venedig.
Clooney war in der italienischen Lagunenstadt, um bei der Eröffnungs-Gala der Filmfestspiele den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk entgegenzunehmen. Bei einer Pressekonferenz sprach er außerdem über seinen Alltag und seine beruflichen Prioritäten.
Früher habe er bis zu drei Filme pro Jahr gedreht. Das sei inzwischen nicht mehr möglich, sagte Clooney. In seinem Leben gebe es zu viele andere Dinge, um die er sich kümmern müsse, „vor allem um andere Menschen“.
Auch seine Arbeit als Regisseur hat er nach eigenen Angaben vorerst zurückgestellt. Der Grund sei, dass er zwei neunjährige Kinder habe. Während die Dreharbeiten für eine Schauspielrolle etwa drei Monate dauerten und er zwischen den Drehorten und zu Hause pendeln könne, sei man bei einer Regiearbeit ungefähr ein Jahr gebunden und könne nicht einfach nach Hause fahren.
In seiner Rede bei den Filmfestspielen äußerte sich Clooney zudem zur politischen Lage in den USA und zur Bedeutung von Künstlerinnen und Künstlern. Machthaber und besonders wohlhabende Menschen würden versuchen, Angst zwischen den Menschen zu verbreiten, sagte er. Journalisten, Filmschaffende, Schriftsteller, Schauspieler und Musiker müssten dagegen einfache Antworten zurückweisen und Mitgefühl für andere Menschen einfordern.
„Geschichten sind immer gefährlich für Menschen, die mit Angst handeln“, sagte Clooney. Filme könnten zwar keine Kriege verhindern, die Inflation senken oder Wahlen beeinflussen. Sie könnten die Menschen aber daran erinnern, dass ein Fremder nicht zwangsläufig fremd bleiben müsse.
Die Situation in den USA bezeichnete Clooney als schwierig, zeigte sich aber zugleich optimistisch. Er verwies auf das Jahr 1968, das von Gewalt und politischen Erschütterungen geprägt gewesen sei. Die Vereinigten Staaten hätten bereits andere schwere Zeiten überstanden.
Als Beschreibung der gegenwärtigen Lage nannte Clooney den Begriff „Kakistokratie“. Damit ist laut seiner Erklärung ein Land gemeint, das von den am wenigsten qualifizierten Menschen regiert wird. Er hoffe, dass die Zwischenwahlen im November für ein politisches Gleichgewicht sorgen und die USA 2028 wieder zu einer gewissen Normalität zurückkehren könnten.